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Fam. R. Freiburger Land

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Von:Fam. R. [Name und email anonymisiert]
Gesendet: Dienstag, 27. September 2011 19:38
An: Michael Gomola; Werner Tigges
Betreff: Traurige Nachrichten

 

Hallo Herr Gomola, hallo Herr Tigges,

gestern haben wir meinen Vater beerdigt, der mit Ihrer Hilfe von GKT noch fast 3,5  Jahre zuhause verbringen konnte, bevor wir ihn schweren Herzens in das Pflegeheim abgeben mussten. Er hat dort noch 1 ½ Jahre verbracht mit sehr wechselhafter Gesundheit. In letzter Zeit ging es ihm aber gut und wir haben mit ihm einige Ausflüge, u.a. auch nach Hause, gemacht. Er ist in den Armen meines Bruders vermutlich an seinem 3. Schlaganfall verstorben. So trösten wir uns mit dem Gedanken, dass er nicht allein war und durch die Schnelligkeit auch keine Angst oder Schmerzen hatte.

Ausdrücklich bedanken möchte ich mich bei Ihnen und all den lieben Betreuerinnen, die Sie uns geschickt hatten, was sogar vom Diakon in der Trauerfeier erwähnt wurde. Ohne diese Unterstützung wäre eine Unterbringung zuhause im vertrauten Umfeld so lange nicht möglich gewesen.

Nach 3,5 Jahren Pflege mit tatkräftiger und liebevoller Unterstützung der Betreuerinnen von GKT mussten wir einsehen, dass die Mobilität meines Vaters immer mehr nachließ und er nicht mehr von einer einzigen Person transferiert werden konnte. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, doch den Gedanken Pflegeheim ins Auge zu fassen. Das fiel uns sehr schwer, zumal wir meinem Vater die Betreuung durch GKT angepriesen hatten als die Lösung, die uns das Heim „erspart“. Im Nachhinein würde ich das immer relativieren auf „vorerst erspart“, denn wie sich die Gesundheit entwickelt, lässt sich schwer vorhersagen. Unsere Betreuerinnen hatten ihn wunderbar versorgt und auch weit über das normale Maß hinaus z.B. unaufgefordert zu ihren Freizeiten nachts nach ihm gesehen, aber es gibt eben Grenzen, was für eine einzige Person zumutbar ist (z.B. schwer Heben). Wir waren immer darauf bedacht, dass sich die Betreuerinnen bei uns wohlfühlen und ihre wohlverdienten Pausen machen, da sie nur dann unseres Erachtens gute Arbeit leisten können. Möglicherweise kam die Einsicht, dass eine weitere Pflege zuhause nur noch schwer möglich ist, bei uns etwas spät. Und meinem Vater mussten wir den Umzug auch noch beibringen. Im Heim haben sich nette Beziehungen zu einigen Pflegekräften und den Nachbarn im Speisesaal ergeben, auch neue Freiheiten (von der wohlmeinenden Familie) leistete sich mein Vater. Wir hatten ja keine Ahnung, dass er so gerne mal einen Bohnenkaffee getrunken hätte, den hat er bei uns nie bestellt (aber wir auch nicht gefragt). Für meine Mutter stellte die Heimunterbringung eine große Entlastung dar, sie war jeden Tag auf Besuch, fühlte sich aber nicht mehr rund um die Uhr verantwortlich. Im Nachhinein gesehen haben beide Betreuungsmodelle ihre Vor- und Nachteile und wir würden es wieder so machen: so lange wie möglich zuhause, aber dann nicht zögern, in ein gutes Pflegeheim zu gehen, wenn es erforderlich wird.

Da wir nicht wissen, wie sich die Gesundheit meiner Mutter weiterentwickelt, würden wir gerne den Vertrag mit Ihnen weiterhin ruhen lassen, um ihn bei Bedarf wieder mit Leben zu füllen.

Ich habe Ihnen die Traueranzeige angehängt.

Viele Grüße
Frau R.

Autor: Dipl. Sozialpädagoge Werner Tigges

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