Corona-Pandemie: Booster Impfung von Senioren zur Auffrischung des Impfschutzes

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Liebe Leserinnen und Leser!

Nach den im Oktober 2021 veröffentlichten Statistiken wurden in Deutschland bereits 109 Mio. Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht. Etwa 54,3 Mio. Menschen gelten als vollständig geimpft, was 65,2 % der Bevölkerung ausmacht. Da die Impfkampagnen aktuell stagnieren, wird nach Gründen der mangelnden Impfbereitschaft sowie nach Auswegen gesucht.

Zu Beginn der Corona Impfkampagnen ging es wegen der knappen Verfügbarkeit geeigneter Impfstoffe zunächst darum, Risikogruppen durch Impfungen zu schützen. Neben chronisch Kranken zählten hierzu insbesondere auch Senioren, deren Immunsystem nicht mehr so gut mit Infektionen umgehen kann. Auch jetzt stehen diese Risikogruppen wieder im Fokus – nämlich wegen der sogenannten Booster Impfung für Senioren und Risikopatienten zur Auffrischung des Impfschutzes.

Bundesweit sind die Auffrischungsimpfungen für immungeschwächte Menschen und Senioren auch ohne Empfehlung der STIKO (Ständige Impfkommission) bereits gestartet. Hierfür hatten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern ausgesprochen und angeraten, dass insbesondere gefährdete Bewohner und Pflegekräfte in Pflege- und Senioreneinrichtungen, medizinisches Personal und Senioren ab 60 Jahre nach ärztlicher Rücksprache auffrischend geimpft werden sollen.

Wie lange „hält“ überhaupt eine Corona-Impfung?

Eine Impfung gegen Masern hält ein Leben lang. Eine Impfung gegen Grippe wirkt hingegen nur ein Jahr lang und muss entsprechend aufgefrischt werden. Aus diesen Gründen fragen sich viele Menschen natürlich, wie lange der Impfschutz gegen Covid-19 überhaupt anhält. Für Irritationen hat dabei insbesondere das Ablaufdatum im digitalen Impfzertifikat gesorgt, das genau ein Jahr und 14 Tage nach der Zertifikat-Ausstellung abläuft. Dieses Ablaufdatum stellt nach Angaben des RKI (Robert-Koch-Institut) allerdings nur eine technische Maßnahme dar und hat mit dem Impfschutz selbst nichts zu tun.

Das Bundesgesundheitsministerium hat vor diesem Hintergrund klargestellt, dass der Gültigkeitszeitraum je nach Wirkdauer der Impfstoffe angepasst oder eine Booster Impfung angeboten werden könne. Dadurch, dass es sich bei den Impfstoffen um verhältnismäßig „neue“ Vakzine handelt, musste man sich wohl bei den Zertifikaten alle Möglichkeiten offenhalten.

Der Schutz bei Impfungen mit Moderna oder Biontech/Pfizer soll nach Auskunft der Hersteller sechs Monate nach der zweiten Impfung noch immer mehr als 90 % Wirkung entfalten. Auf der anderen Seite haben Studien aber auch nachgewiesen, dass eine Immunisierung mit der Zeit nachlassen kann – insbesondere bei immungeschwächten und älteren Menschen.

STIKO rät zunächst zur Auffrischung bei Immunkranken

Die STIKO hat sich gegen Ende September 2021 entschieden, eine Empfehlung für Drittimpfungen auszusprechen. Die Auffrischungs-Impfungen soll es jedoch zunächst nur für Risikogruppen geben. Die Empfehlung beruht auf der Sichtung und Auswertung wissenschaftlicher Daten für Risikogruppen. Zuerst sollen Menschen mit Immundefekten, Rheuma, nach einer Transplantation oder anderen Erkrankungen, bei denen das Immunsystem durch Medikamente reguliert werden muss, eine Drittimpfung erhalten.

Bislang prüft die STIKO noch, ob eine generelle Empfehlung für die Booster Impfung nach Altersgruppen ausgesprochen werden soll. Mit einer Entscheidung kann demnach in den folgenden Wochen gerechnet werden.

Die EMA (Europäische Arzneimittelbehörde) hat Anfang Oktober 2021 eine ähnlich differenzierte Empfehlung ausgesprochen und betont, dass zwischen immungeschwächten Menschen und der uneingeschränkten Allgemeinheit unterschieden werden müsse. Bei Menschen mit starken Immunschwächen empfiehlt die EMA bei Impfungen mit Biontech/Pfizer oder Moderna eine dritte Impfung ab 28 Tagen nach der Zweitdosis.

Prüfung bei STIKO und RKI

Wie in jüngster Vergangenheit beispielsweise auch in Bezug auf die Impfung von Kindern geschehen, kann die STIKO ihre Empfehlungen auch anpassen. Die Impfkommission will gemeinsam mit dem RKI (Robert Koch-Institut) prüfen, wie oft und in welchem Umfang Erkrankungen mit Covid-19 im Moment bei Senioren auftreten. Sollte sich bei dieser Überprüfung herausstellen, dass es in einer bestimmten Altersgruppe vermehrt zu Impfdurchbrüchen kommt, könnte die STIKO auch eine allgemeine Empfehlung für Booster Impfungen bei Senioren ab 60, 70 oder 80 Jahren aussprechen.

Booster Impfung von Senioren - ja oder nein?

Bei der auffrischenden Booster Impfung bzw. dritten Covid-19 Impfung gehen die Meinungen weit auseinander. Aus wissenschaftlicher Sicht sind die Faktoren rund um die dritte Impfung noch nicht valide erforscht und können deshalb nicht klar eingeschätzt werden. Fakt ist aber, dass der Impfschutz der Covid-19 Impfung mit der Zeit nachlässt.

Menschen mit einem schwachen Immunsystem können sich also auch trotz Impfung anstecken und erkranken. Die Wahrscheinlichkeit hierfür steigt mit der Zeit nach der Impfung. Bei Immunkranken und auch Senioren ist das Immunsystem nicht mehr so flexibel und in der Lage, einen langanhaltenden Schutz gegen Covid-19 aufbauen. In der ersten Zeit nach der Impfung sind zwar auch hier Antikörper gebildet worden, aber diese verringern sich durch Defizite im Immungedächtnis mit der Zeit und machen das Immunsystem wieder wehrloser. Hier könnte eine Boosterimpfung helfen, um schwere Erkrankungen zu vermeiden.

Corona Infektion trotz Impfung?

Die meisten aktuell im Krankenhaus befindlichen Covid-19-Patienten waren nicht geimpft. Allerdings kommt es jetzt schon zu Impfdurchbrüchen, bei denen Menschen trotz vollständiger Impfung erkranken. Hierfür wird die deutlich ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus verantwortlich gemacht. Wahrscheinlich können geimpfte Infizierte auch andere anstecken, was noch nicht ganz geklärt werden konnte. Aus diesen Gründen gehen andere Länder wie beispielsweise die USA auf „Nummer Sicher“ und bieten die dritte Booster Impfung bereits an.

Letztendlich ist eine Booster Impfung hilfreich, um schwere Krankheitsverläufe zu reduzieren, was jedoch insbesondere für den besonders gefährdeten Personenkreis der immunkranken und älteren Menschen gilt. Deshalb wurde durch die Gesundheitsministerkonferenz auch die dritte Impfung bereits zugänglich gemacht. Unterstützt wird diese Meinung von der WHO (Weltgesundheitsorganisation), die eine dritte Impfung für ein gutes Mittel hält, besonders gefährdete Personenkreise zu schützen.

Bitte denken Sie über eine Booster Impfung nach.

Bis zum nächsten Mal und bleiben Sie gesund!

Ihr Team

von CareWork & SHD