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Vitamin D Tabletten für Senioren?

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Bei einem nachgewiesenen Vitamin-D-Mangel und bei Risikogruppen ist eine Ergänzung mit Vitamin-D-Tabletten sinnvoll. Der menschliche Organismus ist unter Einfluss von Tageslicht und insbesondere Sonnenschein bzw. UVB-Strahlen selbst in der Lage, Vitamin D zu bilden. Um genug vom auch „Sonnenvitamin“ genannten Vitamin D zu bilden, reicht es je nach Hauttyp aus, sich zwei Mal pro Woche zwischen 5 bis 30 Minuten im Freien aufzuhalten. In unseren Breitengraden bildet der Körper zwischen März bis Oktober selbst Vitamin D und sorgt gleichzeitig für Reserven für den Winter. Bildet der Körper also selbst ausreichend Vitamin D, könnten zu viele künstliche Vitamine schaden.

Dennoch darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass eine gute Vitamin-D-Versorgung insbesondere bei Senioren das Risiko für Knochenbrüche, Stürze, Mobilitätseinbußen, Gleichgewichtsstörungen, Kraftverluste und einen vorzeitigen Tod reduzieren kann.

Gesundheitliche Wirkung von Vitamin D

Unter Vitamin D wird eine Vitamingruppe bezeichnet, die mit der Regulierung des Kalziumhaushalts sowie der Knochenmineralisation in Verbindung steht. Für Menschen besonders wichtig sind D2 und D3, die nicht den Vitaminen, sondern Vorläufern von Hormonen zugeordnet werden.

Vitamin D beugt Knochenbrüchen vor und schützt vor Knochenabbau. Aktuelle Studien haben herausgefunden, dass Vitamin D bei Senioren auch bei einer akuten Erkältung hilfreich sein kann. Dies aber nur bei Vorliegen einer Unterversorgung mit Vitamin D. Ein Blutwert von 20 Nanogramm pro Milliliter ist erstrebenswert. Alles, was darüber hinaus geht, hat keinen gesundheitlichen Nutzen.

Vitamin D Mangel feststellen

Durch eine Blutuntersuchung kann festgestellt werden, wie viel 25(OH) Vitamin D vorhanden ist. Bei einem Blutwert von

– unter 12 ng/ml bzw. 30 nmol/ml wird von einem schweren Mangel

– unter 20 ng/l bzw. 50 nmol/ml wird von einer Unterversorgung

– 20 ng/ml vom Zielwert

gesprochen.

Besteht ein Verdacht auf einen Mangel mit Vitamin D, wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. Bei durch den Arzt attestierter medizinischer Notwendigkeit übernimmt die Krankenkasse auch die Kosten dafür. Wer seine Vitamin D-Bestimmung auf eigenen Wunsch durchführen lässt, trägt die Kosten für die Blutprobe selbst.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit geht davon aus, dass bei den meisten Menschen kein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel besteht. Dennoch liegen bei etwa 60 % der Bevölkerung die Blutkonzentration unterhalb des Zielwertes von 20 ng/ml.

Warum leiden viele Senioren unter einem Vitamin-D-Mangel?

Vitamin D wird durch Tageslicht gebildet und kann anteilig auch über die Nahrung zugeführt werden. Bei vielen älteren Menschen lässt der Appetit nach. Auch fehlt oft die Lust zum Kochen oder durch den Aufenthalt in einer stationären Einrichtung haben die Speisen eine andere Qualität.

Darüber hinaus halten sich ältere Menschen seltener im Sonnenschein auf. Es kann sein, dass körperliche oder kognitive Einschränkungen das Verlassen der Wohnung mit der Zeit erschweren. In Alten- und Pflegeheimen halten sich Bewohner eher selten draußen auf. Stark pflegebedürftige und bettlägerige Menschen sind regelmäßig durchgehend in Innenräumen.

Gleichzeitig nimmt mit dem Alter die Fähigkeit der Haut ab, Vitamin D zu produzieren. Auch die Umwandlung von Vitamin D in die nutzbare Form unterliegt der Alterung. Deswegen produzieren Senioren selbst dann, wenn sie sich häufig in der Sonne aufhalten, etwa zur Hälfte weniger Vitamin D als in ihrer Jugend.

Es wird davon ausgegangen, dass die Vitamin-D-Versorgung bei Frauen wegen der hormonellen Abläufe im Körper in den Wechseljahren schlechter ausfällt als bei Männern. Bei multimorbiden Menschen kann durch Medikamente ein Vitamin-D-Abbau verursacht werden. Es gibt also viele Gründe, warum gerade ältere Menschen häufig an einem Vitamin-D-Mangel leiden.

Einnahme von Vitamin-D-Tabletten

Eine Ergänzung mit Vitaminpräparaten ist nur sinnvoll, wenn eine Vitamin-D-Mangel durch einen Arzt festgestellt worden ist. Auch Risikogruppen mit einer Unterversorgung wird das Einnehmen von Vitamin-D-Präparaten empfohlen. Hierzu gehören nicht nur chronisch kranke Menschen, die sich kaum im Freien aufhalten, sondern insbesondere auch ältere Menschen ab 65 Jahren.

Dunkelhäutige Menschen bilden weniger Vitamin D, weshalb auch ihnen häufig eine Ergänzung angeraten wird. Generell sollten alle Menschen ihren Vitamin-D-Spiegel im Blut kontrollieren lassen, wenn sie nur selten an die frische Luft gehen und sich kontinuierlich in dunklen Räumen aufhalten.

Bei zu niedrigen Vitamin-D-Werten im Blut gilt eine wissenschaftliche Empfehlung von einer täglichen Zufuhr von 800 bis 1000 IE (internationale Einheiten), um den Blutwert ohne die Gefahr für Nebenwirkungen auf den Zielwert zu steigern.

Zu hohe Dosierung mit Vitamin D kann schaden

Auch wenn Vitamin D bei diversen Krankheitssymptomen als Wundermittel angepriesen wird, sollte niemand ohne das Wissen um einen Vitamin-D-Mangel auf hochdosierte Präparate zurückgreifen. Hier gilt der Grundsatz, dass viel nicht automatisch viel hilft!

Vitamin-D-Arzneimittel müssen verschrieben werden, wenn ihre Tagesdosis 1000 IE überschreitet. Hoch dosierte Vitamin D Ergänzungen mit 20.000 IE werden nur bei Mangelzuständen zur Anfangsbehandlung verabreicht. Als Nahrungsergänzungsmittel ist Vitamin D jedoch auch in hoher Dosis frei verkäuflich.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung sollen höhere Dosierungen stets unter ärztlicher Kontrolle erfolgen, damit kontinuierlich der Vitamin-D-Status berücksichtigt werden kann. Es wird vor eigenmächtigen Dosierungen mit Vitaminpräparaten über 4000 IE gewarnt. Hiernach kann es zu Übelkeit, Bauchkrämpfen, Nierensteinen und anderen Nebenwirkungen kommen.

Vitamin-D-Bedarf von Senioren

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) hat Senioren bislang eine tägliche Zufuhr von mindestens 10 Mikrogramm Vitamin D bzw. 400 IE empfohlen, um den Vitamin-D -Spiegel zu erhalten. Diese Dosierung reicht bei einem Mangel aber nicht aus. Bei einer therapeutischen Ergänzung liegt die Dosis zwischen 400 IE und 2.000 IE.

Nach den neuen Referenzwerten für Vitamin D wurde durch die DGE der Schätzwert bei fehlender endogener Synthese bei Senioren auf 20 Mikrogramm festgelegt. Eine vorbeugende Einnahme von Vitamin D kann sinnvoll sein, um sie vor Knochenbrüchen und Stürzen zu schützen. Außerdem ist Vitamin D Bestandteil der Osteoporose-Behandlung. Die Vorteile der Ergänzung machen sich aber nur bei einem hohen Risiko für einen Vitamin-D-Mangel bemerkbar.

Viele Ärzte plädieren für eine generelle tägliche Supplementierung mit Vitamin D ab dem 60. Lebensjahr, damit eine ausreichende Versorgung sichergestellt werden kann.

Vitamin D kann dem Körper jedoch zum Teil auch durch die Ernährung zugeführt werden. Insbesondere fettreiche Speisefische wie Makrele, Lachs oder Hering sowie Milchprodukte wie Sahne und Butter enthalten viel Vitamin D. Über die Ernährung können bis zu 20 % des Tagesbedarfs an Vitamin D gedeckt werden.