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Der Magen-Darm-Trakt im menschlichen Körper ist sensibel. Eine falsche Ernährung, Übergewicht sowie zu wenig BeweguMagenrämpfe sind unangenehmBildquelle: S. Hofschlaeger/pixelio.deng gehören zu den häufigen Ursachen für Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme. Insbesondere Senioren sind anfällig für Erkrankungen im Magen- und Darmbereich.

Dadurch, dass im Alter der Speichelfluss und die Muskelkraft im Bereich der Speiseröhre nachlässt, fällt das Kauen und Schlucken von Nahrung schwerer. Darüber hinaus wird im Magen häufig weniger Magensäure produziert, weshalb Senioren oft unter Appetitlosigkeit leiden oder bereits früh ein Sättigungsgefühl empfinden. Da aber auch die Muskulatur des Dünndarms an Leistungsfähigkeit nachlässt, wird die Verdauung verlangsamt, was zu einer Verstopfung führen kann.

 

Wann Senioren mit Bauchschmerzen zum Arzt müssen

Bauchschmerzen hat jeder einmal. In der Regel steckt eine nicht vertragene Mahlzeit oder eine Magenverstimmung dahinter. Halten Ihre Schmerzen jedoch an und werden von Erbrechen und Fieber begleitet, kann dies ein Hinweis auf eine Darminfektion sein. Bei plötzlich auftretenden Schmerzen, Schweißausbrüchen sowie Blut im Stuhl sollten Sie unverzüglich ein Arzt konsultieren, da diese Symptome auch auf Darmkrebs, Darmverschluss oder einen Herzinfarkt hinweisen könnten.

Wenn Sie unter leichtem Durchfall leiden, kann dies auf eine Viren- oder Bakterieninfektion hinweisen. Ihr Körper reagiert dann mit Durchfall, um die Schädlinge im Körper loszuwerden. Deshalb sollten Sie in diesem Fall auch keine Medikamente einnehmen, sondern erst einmal abwarten. Hält der Durchfall jedoch über mehr zwei Tage an, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Sehr schnell zeichnen sich bei älteren Menschen mit Durchfallerkrankungen Mangelerscheinungen im Wasser- und Salzhaushalt ab, weshalb bei Durchfall unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten ist.

Für Verstopfung gilt das Gleiche: Hält Ihre Verstopfung mehrere Tage an, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Dies, zumal eine anhaltende Verstopfung im Alter wiederum ein Hinweis auf eine schwerwiegendere Erkrankung sein kann.

 

Wie Bauchschmerzen untersucht werden

Erste Anlaufstelle für anhaltende Bauchschmerzen ist der Hausarzt. Im Rahmen der Anamnese und körperlichen Untersuchung wird dieser versuchen, die Bauchschmerzen genau zu lokalisieren. Die zahlreichen Nervenverschaltungen im Bauchraum können nämlich dazu führen, dass die Schmerzen nicht nur die Bauchorgane Magen, Darm, Galle sowie Bauchspeicheldrüse betreffen, sondern auch Erkrankungen an angrenzenden Organen.

So können insbesondere bei älteren Menschen Schmerzen oberhalb des Zwerchfells auf eine Herzerkrankung, eine Brustfellentzündung oder aber in Kombination mit Sodbrennen auf eine Entzündung der Speiseröhre hinweisen. Schmerzen im oberen bis mittleren Bauchbereich werden hingegen auch wahrgenommen, wenn die eigentliche Ursache bei der Wirbelsäule oder der Rückenmuskulatur liegt. Bei Nierenproblemen strahlen die Schmerzen häufig in die Bauchseite aus und bei einem schmerzenden Unterbauch denkt der Arzt schnell an Darm-, Gebärmutter- und Eierstock-Beschwerden sowie an ein Aneurysma.

 Eine Ultraschalluntersuchung bringt GewissheitBildquelle: Christoph Droste/pixelio.deDa beispielsweise auch Schmerzen im Oberbauch sowohl von der Gallenblase, dem Dünndarm sowie der Bauchspeicheldrüse oder dem Dickdarm ausgehen können, muss der Arzt weitere Untersuchungen vornehmen. Über das Abtasten hinaus wird der Arzt Blut- und Ultraschalluntersuchungen durchführen. Ist die Ursache dann noch nicht geklärt, folgen in der Regel Magen- und Darmspiegelungen durch einen Facharzt.

 

Tipps und Tricks gegen Bauchschmerzen

Hinter den lästigen Bauchschmerzen verbirgt sich häufig eine Verkrampfung der Bauchmuskulatur. Krämpfe lösen sich schneller durch den Einfluss von Wärme, weshalb eine Wärmflasche oft Linderung herbeiführen kann. Unterstützt werden kann dieser Effekt mit einer leichten Massage, die auch schmerzhafte Blähungen auflöst. Darüber hinaus wirken Tees mit Kamille, Melisse, Fenchel, Pfefferminze, Salbei, Anis, Schafgarbe oder Ingwer krampflösend und beruhigend auf die Magenschleimhaut.

Zu den weiteren Hausmitteln gegen Bauchschmerzen gehört auch die Heilerde, die zahlreiche Mineralien und Spurenelemente enthält und Säuren sowie Gifte binden kann. Heilerde können Sie als Kapsel oder Pulver in Apotheken oder Drogerien kaufen und nach Packungsbeilage einnehmen.

Wenn Sie hingegen oft unter Sodbrennen leiden, könnte Ihnen das langsame Verspeisen von ein paar Nüsse helfen. Gegen Verstopfung können Pflaumen und andere im Magen aufquellende Trockenfrüchte hilfreich sein, da sie die Darmbewegung anregen und das Stuhlvolumen vergrößern.

Achten Sie bei Ihrer Ernährung darauf, lieber fünf kleinere Portionen statt drei große Mahlzeiten zu sich zu nehmen, um Ihren Magen nicht zu strapazieren. Auch kohlensäurehaltige Getränke, Kaffee und Nikotin können die Magenschleimhaut reizen.

 

Die Ernährung hat einen entscheidenden Einfluss auf die Verdauung

Das A und O für eine gesunde Darmflora ist eine ausgewogene und altersgerechte Ernährung. Empfindliche Senioren sollten auf den regelmäßigen Verzehr von fettigen Speisen und Süßigkeiten sowie auf Alkohol und Nikotin verzichten. Frisches Obst, Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukte halten hingegen die Verdauung im Gleichgewicht. Dabei ist darauf zu achten, dass die Speisen gut und ausreichend gekaut Viel Ruhe, Bewegung und frische LuftBildquelle: Joujou/pixelio.dewerden, um dem Körper die Verdauung zu erleichtern.

Besonders wichtig ist auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Optimaler Weise sollten mindestens zwei Liter Wasser am Tag getrunken werden. Zusätzlich profitiert die Verdauung von regelmäßiger Bewegung. Ein kleiner Verdauungsspaziergang verbrennt zwar nicht viele Kalorien, regt aber den Stoffwechsel an. Nicht zuletzt gilt es, Stress zu vermeiden. Denn nicht umsonst heißt es schon im Volksmund „das ist mir auf den Magen geschlagen“.


Schonkost und leichte Vollkost bietet dem Magen-Darm-Trakt eine Verschnaufpause

Wenn früher von Schonkost die Rede war, handelte es sich in der Regel um eine einseitige Ernährungsempfehlung für Darm, Leber und Galle. Natürlich sollten Sie in akuten Phasen nach Eingriffen oder Erkrankungen den Ernährungsratschlägen Ihres Arztes Folge leisten. Bei leichten Magen-Darm-Beschwerden können Sie Ihrem Verdauungstrakt aber auch selbst eine kleine Auszeit zur Rehabilitation gönnen.

 Ausgewogene ErnährungBildquelle: Rainer Sturm/pixelio.de

Bei Magenschmerzen, Bauchkrämpfen oder Darminfekten können Sie Ihren Körper durch eine Teepause entlasten. Trinken Sie ein bis zwei Tage möglichst viel Kräutertee und nehmen wenn überhaupt nur kleinere Mahlzeiten aus Zwieback oder Weißbrot zu sich. Im Anschluss daran können Sie Ihre Kost wieder abwechslungsreicher – aber unbedingt fettarm - gestalten, wobei Sie auf kleingeschnittenes oder püriertes Gemüse sowie Kartoffeln zurückgreifen sollten.

Wenn es Ihnen nach ein paar Tagen etwas besser geht, können Sie Ihre Ernährung wieder zu einer fettreduzierten Mischkost aufbauen. Neben Gemüse, Obst und Getreideprodukten gehören auch fettarme Fleischsorten sowie Milchprodukte zur Mischkost, die Sie bis zum Abklingen Ihrer Beschwerden zu sich nehmen können. Im Rahmen einer 24-Stunden-Betreuung übernimmt das Betreuungspersonal auch das Zubereiten der Mahlzeiten und kann Sie bei Ihrer gesunden Ernährung unterstützen.

Aber bitte denken Sie daran: Bei länger anhaltenden Beschwerden sollten Sie unbedingt einen Arzt zur Abklärung aufsuchen!

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