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Carework beim Symposium der Ev.Hochschule NürnbergMichael Gomola beim Vortrag Osteuropäische Betreuungskräfte in der häuslichen Pflege; ©EVHN

Zusammenschluss zu einem Forschungsnetzwerk „osteuropäische

Betreuungskräfte“ 

Am Freitag, den 29.09.2017 fand in der Evangelischen Hochschule Nürnberg ein von dem Institut für Pflegeforschung, Gerontologie und Ethik der EVHN initiiertes Symposium statt, das sich mit der Versorgung von Pflegebedürftigen durch Betreuungskräfte aus Osteuropa und den damit einhergehenden Herausforderungen für Gesellschaft und Wirtschaft beschäftigte. Zu den einzelnen Themenbereichen gehörten u.a. das Qualitätsmanagement bei derartigen Betreuungskonzepten sowie arbeitsrechtliche Fragen in Bezug auf die eingesetzten Betreuungskräfte.

Unter den Teilnehmern befand sich mit Michael Gomola auch ein Mitglied der CareWork, der das Symposium mit einem Vortrag seine über zwölf Jahre gesammelten Erfahrungen und Perspektiven aus der Praxis ergänzte.

 

Für rechtliche sowie finanzielle Sicherheit und gegen Schwarzarbeit

In seinem Vortrag ging Michael Gomola nicht nur auf praktische Erfahrungen und die Leistungen in der 24-Stunden-Betreuung ein, sondern machte auch auf Missstände aufmerksam:

In Deutschland arbeiten etwa 200.000 bis 300.000 Betreuungskräfte aus Osteuropa, von denen lediglich 10 % bis 15 % über eine offizielle Agentur vermittelt worden sind. Der Rest, also zwischen 85 % und 90 %, wird illegal in Deutschland beschäftigt. Dieser hohe Anteil an Schwarzarbeit bringt nicht nur den Ruf der gesamten Branche in Misskredit, sondern birgt naturgemäß auch rechtliche Risiken. Und dennoch entscheiden sich viele für eine Schwarzvermittlung, um schlicht Kosten zu sparen. Dass dabei jedoch in der Regel auf eine soziale Absicherung der Betreuungskräfte verzichtet wird, die Qualität der Betreuungsdienstleistungen zu Wünschen übrig lässt und darüber hinaus auch für beide Seiten keinerlei rechtliche Absicherung besteht, wird zum Leidwesen der legal wirkenden Dienstleister gerne übersehen.

Auch im Namen vieler anderer etablierter Agenturen wünscht sich CareWorks Michael Gomola die Unterstützung von Politik und Wirtschaft, bestehende Rechtsunsicherheiten zu klären und der Schwarzarbeit den Kampf anzusagen. Nicht zuletzt wies er darauf hin, dass eine staatliche finanzielle Unterstützung für die 24-Stunden-Betreuung hilfreich wäre, um noch viel mehr Menschen von dem individuellen Betreuungskonzept zu überzeugen und Schwarzarbeitern den Rücken zu kehren.

 

Gründung des Forschungsnetzwerkes Osteuropäische Betreuungskräfte in der häuslichen Pflege

Aber nicht nur Vorträge und wissenschaftliche Arbeiten wurden auf dem Symposium in Nürnberg in den Fokus gesetzt. Vor dem Hintergrund, dass sich bereits zahlreiche Hochschulen, Universitäten sowie Praxiseinrichtungen mit der Thematik befassen, wurde darüber hinaus ein Forschungsnetzwerk gegründet. Als Plattform für Zusammenarbeit und Austausch wird das Forschungsnetzwerk u.a. die Aspekte „Verantwortung übernehmen“, „Transparenz schaffen“ und „Qualität gewährleisten“ behandeln.

Durch das Forschungsnetzwerk soll eine Basis geschaffen werden, mit politischen Akteuren zur Veränderung der gesetzlichen sowie finanziellen Situation von Betreuungskräften und Angehörigen in Verhandlungen zu treten. Außerdem soll für mehr Transparenz in den Beschäftigungsverhältnissen Sorge getragen und die Qualität in der Betreuung gesichert werden. Gemeinsam verfasste Publikationen des Forschungsnetzwerkes haben außerdem das Ziel, die Diskussionen rund um das Thema der osteuropäischen Betreuungskräfte in der häuslichen Pflege in Gang zu bringen und wissenschaftlich zu belegen.

Zu den Gründungsmitgliedern des neuen Netzwerkes gehören Vertreter der Universität Posen aus Polen, der Universität Augsburg, der Katholischen Hochschule Freiburg, der Hochschule Düsseldorf, des Seniorenamtes der Stadt Erlangen, der Berufsakademie für Gesundheit und Sozialwesen Saarland sowie der EVHN. Mitbegründer und Mitgesellschafter Michael Gomola von der CareWork, der sich schwerpunktmäßig mit dem Qualitätsmanagement in der häuslichen Pflege beschäftigt, wurde ebenfalls zu dem Forschungsnetzwerk eingeladen.

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