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Ein neuer Film des LWL.  Menschen mit Behinderung sorgen für perfekte Verhältnisse auf dem Golfplatz

Paderborn (lwl). Als Jörg Glörfeld und seine drei Kollegen an Loch drei ankommen, scheint die Sonne hoch vom Himmel. Der Mann im grünen Arbeitsanzug schnappt sich den Handrasenmäher und legt los. Sehr konzentriert rasiert er den dichten Rasen auf vier Millimeter Länge ab, versucht, keinen Weg doppelt zu fahren. "Jörg", ruft sein Kollege herüber, "du musst hier am Rand noch einmal her." Glörfeld dreht sich um, nickt und dreht den Mäher herum.

Und schiebt noch eine Runde entlang des rund angelegten Grüns auf dem Golfplatz Haxterpark in Paderborn. Für den Betrieb des Golfplatzes wurde die Haxterpark gGmbH als Integrationsunternehmen gegründet, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) unterstützt. Hier finden 16 Menschen mit Behinderung Arbeit. Die Haxterpark gGmbH ist eines von 85 Integrationsunternehmen und -abteilungen, die sich am 22. März bei der LWL-Messe der Integrationsunternehmen in der Halle Münsterland in Münster präsentieren.

 Glörfeld ist Greenkeeper und trägt viel Verantwortung in seinem Job. Von den Bodenbedingungen rund um das Loch hängen Erfolg und Misserfolg der Golfspieler ab. Glörfeld weiß das - und freut sich, wenn Golfer ihm im Vorübergehen ein herzliches "Gute Arbeit" zurufen. Die Anerkennung gefällt dem gebürtigen Warburger, der seit seinem Hauptschulabschluss im Gärtnerteam in den Caritas Wohn- und Werkstätten Paderborn arbeitet. Wichtig ist ihm aber auch, dass er selbst sieht, was er auf dem Golfplatz des Universitätsclubs Paderborn geschafft hat, wenn er abends nach der Arbeit mit dem Bus in seine Wohnung fährt.

Greenkeeping und Bistro
 Als einer von zwölf Praktikanten hat Jörg Glörfeld Anfang 2011 angefangen, im Golfclub die Fertigkeiten des Greenkeepers zu erlernen. Im Frühjahr soll der 34-Jährige dort eine Festanstellung bekommen - zum ersten Mal in seinem Leben auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Der Verein, den die Sportwissenschaftler der Universität Paderborn 1999 zu Forschungszwecken gründeten und der 2004 einen 9-Loch-Golfplatz in Betrieb nahm, wird im April 2012 einen neuen 18 Loch-Platz eröffnen und den Betrieb als Integrationsunternehmen führen - mit insgesamt 16 neuen Jobs für Menschen mit Handicaps, die auf der 58 Hektar großen Anlage auch im Bistro oder bei anderen Aufgaben eingesetzt werden. Der LWL förderte die Ausstattung der Gastronomie und des Greenkeepings, hinzu kamen Eigenmittel und Unterstützung durch das NRW-Landesprogramm "Integration unternehmen!", die Aktion Mensch und die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW.

Integrationsanstrengungen
 Der Universitäts-Golfclub-Paderborn hat Erfahrung bei der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen. "Das ist für uns nichts Neues - auch vor Gründung des Integrationsunternehmens war die Hälfte unserer Beschäftigten schwerbehindert", sagt Geschäftsführer Helmut Böhmer. Die Anzahl der neuen Kollegen und damit die Integrationsanstrengungen im Team sind groß. "Aber wer, wenn nicht wir, sollte sich in diesem Bereich engagieren", fragt der Diplom-Pädagoge.

 Aus einer anderen beruflichen Richtung kommt André Flore. Der 29-Jährige ist gelernter Gärtner und hatte sich nach einigen Jahren im Beruf bei den Caritas Wohn- und Werkstätten Paderborn als Arbeits- und Berufstrainer in der Gartenabteilung beworben. "Ich hatte mit Behinderten vorher nie etwas zu tun, das hat mich gereizt." Seit zwei Jahren ist er nun in Privat- und öffentlichen Gärten tätig, leitet dort die Menschen mit Behinderungen an. Ähnlich sieht nun auf dem Golfplatz sein Job aus, wo er für vier Gruppen zuständig ist. "Unsere Mitarbeiter lernen so schnell, dass ich zum Teil nur noch zum Kontrollieren vorbeikommen muss." Es wirkt wie bestellt, als ein Kollege auftaucht: "Die Hecke an Loch 9 ist geschnitten." Er fragt, was nun zu tun sei. Flore geht kurz herüber, erklärt, wo der Trupp weiterarbeiten soll.

Einfache Anweisungen
 Die Arbeit geht gut voran. Bis auf die Motorsäge dürfen die Greenkeeper mit Behinderung sämtliche Geräte nutzen, mähen Rasen, schneiden Hecken, sammeln Golfbälle, bereiten den Sand im so genannten Bunker auf. Einschränkungen, das macht Flore klar, gibt es dennoch. "Ich muss zum Beispiel meine Anweisungen recht einfach halten und darf nicht zu viele Arbeitsschritte im Voraus ankündigen." Kompliziertere Vorgänge muss er immer dann weitererklären, wenn die nächste Tätigkeit ansteht.

 Eine ganz andere Form von komplexen Trainings genießen die behinderten Mitarbeiter alle zwei Wochen. Sie lernen Golf zu spielen. "Der Sport hat direkt mehrere gute Auswirkungen auf die Menschen mit Handicaps", sagt Clubmanager Böhmer. "Sie verbessern ihre gesamte Motorik und vor allem die Auge-Hand-Koordination, was ihnen im Alltag und bei der Arbeit zugute kommt. Außerdem erfahren sie am eigenen Leib, was die Platzverhältnisse tatsächlich für die Spieler bedeuten." Herkömmliche Anlagen dieser Größe haben einen sehr hohen Maschinenaufwand und arbeiten mit drei bis vier Greenkeepern. Weil das Greenkeeping für das Konzept so wichtig ist, hat Böhmer einen Team-Pflegemodus entwickelt. Drei Teams sind mit jeweils vier Mitarbeitern besetzt, von denen drei im Sommer immer anwesend sein sollten. "Die Fehlzeiten wegen Krankheiten sind recht hoch und manchmal haben wir auch kurzfristige Ausfälle, wenn es einem mal nicht so gut geht", sagt Böhmer. "Darauf müssen wir vorbereitet sein. Wir sind immer noch ein ganz normaler Golfplatz."



Hintergrund
 In 113 Integrationsunternehmen in Westfalen-Lippe arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Die Firmen sorgen für Inklusion im Arbeitsleben, müssen sich auf dem freien Markt beweisen - und sind im Schnitt um die Hälfte kostengünstiger als die Plätze in den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. 85 dieser Firmen, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) bei ihrer Arbeit unterstützt, präsentieren sich am 22. März bei der LWL-Messe der Integrationsunternehmen in der Halle Münsterland in Münster. Unter dem Motto "Unternehmen tun Gutes! - inklusiv arbeiten" zeigen die Aussteller, was sie leisten. Die Integrationsbetriebe arbeiten in Industrie, Handwerk und Handel - mit einer erstaunlichen Vielfalt an Produkten und Dienstleistungen. Supermärkte, Gartenbaubetriebe, Hotels, Cafés, Radstationen und ein Golfplatz werden von Belegschaften betrieben, in denen Menschen mit Behinderungen arbeiten. Und sogar eine Brauerei. Workshops, Vorträge und Gesprächsrunden ergänzen die Leistungsschau. Dort können sich auch interessierte Industrie-Unternehmen, Handwerksbetriebe und Gründer informieren, wie sie Arbeitsplätze für Menschen mit einem Handicap schaffen können und wer ihnen dabei hilft. Die Messe steht allen Interessierten von 9 bis 18 Uhr offen, der Eintritt ist frei.


Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Fotos: LWL/Arendt

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