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Medikament in die Hand gebenIm Gegensatz zu leichteren Schmerzmitteln wie Aspirin, Paracetamol, Diclofenac, Naproxen, Metamizol oder Ibuprofen, die in vordefinierter Dosierung als rezeptfreie Analgetika von Apotheken angeboten werden, bedarf es bei potenteren Schmerzmitteln eines ärztlichen Betäubungsmittelrezeptes. Die Gründe hierfür liegen bei dem Risiko, von sogenannten Opioiden abhängig zu werden. Das starke Schmerzmittel Morphium und morphinähnliche Substanzen unterliegen dem Beträubungsmittelgesetz, um Missbrauch und Suchtverhalten zu verhindern. Therapien mit Morphium werden deshalb auch streng vom behandelnden Arzt überwacht.

Morphium – vom Rauschmittel zum Heilmittel

Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts schaffte es der deutsche Apothekergehilfe Friedrich Sertürner, Morphium herzustellen. Zu diesem Zweck isolierte er das Schmerzmittel aus dem Rauschmittel Opium, das aus dem Saft von Schlafmohnkapseln gewonnen wird.

Blumenwiese

In der modernen Medizin wird Morphium gegen starke Schmerzen, beispielsweise nach operativen Eingriffen oder Unfällen, eingesetzt. Auch bei Krebserkrankungen und Infarkten wird häufig mit Morphium therapiert. Morphium hat einen direkten Einfluss auf das Schmerzsystem im Körper. Es bindet sich über das zentrale Nervensystem im Hirn und Rückenmark an Rezeptoren an, was die Nervenenden schmerzunempfindlicher macht und auch die Weiterleitung von Schmerzreizen blockiert. Über das zentrale Nervensystem hinaus wirkt Morphium auch an den Nerven selbst und im Rest des Körpers.

Als ausgewiesenes Betäubungsmittel dämpft Morphium nicht nur die Schmerzen, sondern auch das Bewusstsein. Nach der Einnahme tritt in der Regel eine Müdigkeit oder Schläfrigkeit ein, wobei das Medikament auch euphorisierend – also stimmungshebend – wirkt. Zu den bekannten Nebenwirkungen von Morphium gehört eine eingeschränkte Darmfunktion, die sich in Verdauungsproblemen wie Verstopfungen äußert. Auch Übelkeit und Brechreiz gehören zu den bekannten Nebenwirkungen. Morphium verringert die Atmung, verlangsamt das Herz und unterdrückt den Hustenreiz.

Morphium kann als Spritze, Kapsel, Granulat, Pflaster, Tropfen oder Tablette verabreicht werden. Gegen chronische Schmerzen werden langsam freisetzende Darreichungsformen - sogenannte retardierte Mittel - gewählt. Die Wirkung von Morphinen hält zwischen drei und zwölf Stunden an.

 

Morphine in der Palliativmedizin

In der Palliativmedizin und Palliativpflege, die sich mit der Behandlung, Versorgung und Begleitung von sterbenden Menschen beschäftigt, haben Morphine eine wichtige Bedeutung. Das Zitat der englischen Ärztin Cicely Saunders „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“, fasst die Hintergründe der modernen Palliativmedizin gut zusammen. Schließlich gehört eine wirksame Schmerzlinderung auch bei Sterbenden zu den Menschenrechten.

In der Palliativmedizin werden sinnlose Versuche einer lebensverlängernden Behandlung unterlassen, sobald der unabwendbare Sterbeprozess begonnen hat. Palliativärzte achten in der sogenannten Endphase darauf, dass medikamentöse und ethische Maßnahmen getroffen werden, wozu auch die Gabe von Morphium oder anderen starken Schmerzmitteln gehört.

Alternative Medizin

Das Morphium hat hier jedoch keinesfalls den Zweck, den Eintritt des Todes zu beschleunigen oder auch hinauszuzögern. Ganz im Gegenteil tragen die Morphine dazu bei, Schmerzen, Luftnot und Ängste zu lindern. So kann Morphium bewirken, dass sich ein Sterbender beispielsweise noch in Ruhe von seinen Angehörigen verabschieden kann, ohne dass er von Schmerzen geplagt nicht mehr dazu in der Lage wäre. In der letzten Phase des Lebens können Morphine die noch verbliebene Lebensqualität entscheidend beeinflussen.

 

Was bei der Einnahme von Morphinen zu beachten ist

Bei Atemwegserkrankungen und Harnwegsverengungen muss der behandelnde Arzt entscheiden, ob überhaupt eine Morphium-Behandlung durchführbar ist. Generell muss eine Therapie mit Morphium genaustens eingehalten und kontrolliert werden. Kommt es nämlich zu einer Überdosierung, muss zur Vermeidung eines lebensbedrohlichen Atemstillstandes sofort gehandelt werden.

Menschen mit einem Darmverschluss dürfen kein Morphium einnehmen. Bei potenziellen Wechselwirkungen ist auf die Wirkverstärkung zu achten, die bei Alkoholkonsum, bei der Einnahme von Antidepressiva oder Diphenhydramin (gegen Übelkeit) sowie Cimetidin (gegen Sodbrennen) zu erwarten ist. Schwächer kann das Morphin wirken, wenn gleichzeitig Antibiotika eingenommen werden.

Die Einnahme von Morphium kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, sodass die Teilnahme am Straßenverkehr oder das Bedienen von Maschinen eingeschränkt werden sollte. Menschen mit chronischen Krankheiten, die dauerhaft mit Morphinen behandelt werden, sollten sich über verschiedene Betreuungskonzepte informieren, damit ihr Alltag nicht allzu sehr eingeschränkt wird.

<h2>Was Angehörige und betreuende Personen berücksichtigen müssen

Wenn ein Arzt bei seiner Behandlung zu Morphinen greift, kann davon ausgegangen werden, dass ernsthafte Erkrankungen mit starken Schmerzen oder auch schweren Panikattacken und Angstzustände vorliegen. Angehörige oder betreuende Personen müssen insbesondere bei Morphium darauf achten, dass genau die verschriebene Dosis exakt zum empfohlenen Zeitpunkt eingenommen bzw. verabreicht wird. Morphine werden immer so verschrieben, dass sie explizit den Schmerzbedarf über einen bestimmten Zeitraum abdecken. Dadurch werden Schmerzen wirkungsvoll behandelt und gleichzeitig die Gefahr einer Abhängigkeit gering gehalten.

In der 24-Stunden-Betreuung darf die Betreuerin aus Polen selbst keine Medikamente verabreichen. Sie kann jedoch auf die Einhaltung der vom Arzt vorgeschriebenen Medikation achten. So erinnert sie beispielsweise daran, die Medikamente rechtzeitig einzunehmen und hat auch ein Auge darauf, dass die vorgeschriebene Dosis eingehalten wird. Dies ist bei Medikamenten wie Morphium besonders wichtig, da Morphine bei Beendigung der Therapie zur Vermeidung von Entzugserscheinungen langsam bzw. „ausschleichend“ abgesetzt werden müssen. Darüber hinaus ist sie nahezu durchgehend anwesend und kann bei Bedarf und Notfällen den behandelnden Arzt sowie die Angehörigen informieren.

Mehr Informationen finden Sie auf der CareWork-Informationsseite.

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