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24h-Pflege, Beratung aus erster HandWerner Tigges liest aus seinem Buch "Pflege wohin?"Ein Interview mit Dipl.-Sozialpädagoge Werner Tigges zum Thema Selbstbeherrschung und Stressbewältigung

Werner Tigges, Dipl.-Sozialpädagoge und Gestalttherapeut mit langjährigen Erfahrungen in der osteuropäischen Pflege und Seniorenbetreuung kennt die außergewöhnlichen Belastungen, die Pflegekräften tagtäglich das Leben schwer machen. Nicht selten steht die Pflegekraft oder der pflegende Angehörige ganz kurz vor der mentalen Explosion; dem sprichwörtlichen Abgrund. Damit dieser nicht überschritten wird, gibt Werner Tigges wertvolle Tipps, die das Gemüt wieder beruhigen können.

Herr Tigges, welche Erfahrungen haben Sie mit der Belastbarkeit von Pflegekräften gemacht?

 WT: Häufig ist es so, dass sich eine Pflegekraft in Deutschland um mehrere Pflegebedürftige gleichzeitig zu kümmern hat und ihr die Zeiten hierfür explizit vorgegeben werden. Sofern dann Zeitverzögerungen entstehen, weil ein Pflegebedürftiger vielleicht heute mal einen schlechten Tag hat, kommt unweigerlich Stress auf. Aber auch in der osteuropäischen Pflege, mit der ich mich beruflich intensiv beschäftige, kann es mitunter zu belastenden Situationen kommen. In der 24-Stunden-Betreuung (https://www.24stundenbetreut.com/) ist die Pflegekraft schließlich fast rund um die Uhr zugegen und mit der betreuten Person zusammen. Da können dann schon Reibungen entstehen.

Was ist es denn, was die Pflege oder Betreuung denn Ihrer Meinung nach so belastend macht?

WT: Hierbei kommt auf die Art und den Umfang der Erkrankung sowie den individuellen Charakter von Pflegebedürftigem und Pflegekraft an. Können sich Pflegekräfte und Pflegebedürftige „nicht riechen“ und tragen bewusstseinsverändernde Erkrankungen wie Demenz zu Missverständnissen bei, erschweren auch unterschwellige Abneigungen die eigentliche Arbeit.

Es geschieht beispielsweise sehr oft, dass Demenzpatienten eine Mitarbeit bei der Körperhygiene verweigern oder stur nichts essen oder trinken wollen. Da kann die Pflegekraft mit sogenannten „Engelszungen“ reden und dennoch wartet der Patient auf seine Lieblings-Pflegerin, was die bemühte Kollegin natürlich irgendwo verärgert. Dies, zumal sie ihre Arbeiten eigentlich pflichtbewusst erledigen und nicht ihrer Kollegin aufbürden möchte.

Etwas leichter fällt es den Pflegekräften in der osteuropäischen Pflege, die generell eine sehr familienfreundliche Mentalität leben und individuell für ihre Einsätze ausgewählt werden. Sie haben sich für jeweils zwei bis drei Monate ausschließlich um einen oder zwei Senioren zu kümmern. Aber auch dort kann es mitunter zu Missverständnissen und kleinen Sticheleien kommen.

Was geschieht, wenn die Pflegekraft sich an der Grenze ihrer Belastbarkeit befindet? Sucht sie Hilfe?

WT: Das wäre wünschenswert! Es wird Hilfe von Psychologen oder professionellen Instituten angeboten, die Kräfte im Pflegebereich oder auch pflegende Angehörige unterstützen. Leider kommt es dennoch zu Vorfällen, bei denen die Hemmschwelle überschritten wurde und Pflegekräfte oder sogar Pflegebedürftige die Selbstbeherrschung verloren haben.

Pflegebedürftige leiden unter der Situation der Pflegebedürftigkeit selbst, sind vielleicht verwirrt oder in anderer Form psychisch eingeschränkt und Pflegekräfte wiederum stehen unter dem Druck, ihre Aufgaben pflichtgemäß zu erfüllen. Es darf dabei nicht vergessen werden, dass dies alles nur Menschen sind, bei denen die Nerven nach einem langen Tag auch einmal blank liegen können.

Was können Sie Pflegekräften raten, um sich selbst zu kontrollieren und eine Eskalation zu verhindern?

Ich rate Pflegekräften in Stresssituationen zu einer gesunden Portion Distanz. Oft reicht es schon aus, eine Kollegin kurz einspringen zu lassen und für ein paar Minuten den Raum zu verlassen. In Ruhe kurz durchzuatmen kann brenzlige Situationen vermeiden. Laut vor sich hinzuzählen, einen Tee zu trinken oder das Radio anzustellen und mitzusingen sind auch ganz einfache Tricks, um sich wieder auf den Boden der Tatsachen zu bewegen. Gutes Pflegepersonal murmelt sogar einen selbstberuhigenden Satz vor sich her, um eine Eskalation zu vermeiden. Auch wenn es sich vielleicht etwas lustig anhört, aber der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel.

Also soll sich die Pflegekraft in solchen Situationen kurz ablenken?

Wenn es möglich ist und der Pflegebedürftige kurz anderweitig betreut wird, ja. Bei Stresssituationen sollte der Fokus auf der eigenen Wahrnehmung und dem Bewusstsein liegen. Schon ein interessierter Blick aus dem Fenster oder das Sortieren von Zeitungen kann helfen, das Gemüt wieder zu ordnen. Auch Treppensteigen oder eine andere Bewegung wirkt gegen Frust. Wichtig ist jedoch immer, das Fass nicht überlaufen zu lassen, sondern vorher schon entsprechend zu reagieren.

Und wenn davon nichts helfen will?

 

Dann sollte sich die Pflegekraft unverzüglich Hilfe bei Kollegen oder Angehörigen suchen. Auch die Telefonseelsorge zählt zu den geeigneten Ansprechpartnern. Den von der CareWork (https://www.24stundenbetreut.com/ueber-uns.html) entsendeten osteuropäischen Pflegekräften steht jederzeit ein Ansprechpartner für das Krisenmanagement zur Verfügung.

Und wo können sich Interessenten näher über die osteuropäische Pflege der CareWork informieren?

WT: Die CareWork hat auf ihrem Webportal 24stundenbetreut.com alle wichtigen Informationen zusammengetragen. Dort kann auch weiteres Informationsmaterial oder ein individuelles Angebot angefordert werden. Für weitere Fragen steht das CareWork-Team unter der Rufnummer: 08000 - 180 100 stets zur Verfügung.

Wir hoffen, vielen Pflegekräften mit ihren Tipps & Tricks etwas weitergeholfen zu haben und danken herzlich für das Interview.

WT: Danke, das hoffe ich auch sehr!

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