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VdK-Präsidentin Mascher: „Neue Bundesregierung muss Pflege zukunftsfähig gestalten“

„Gute Pflege ist ein Menschenrecht. Gerade eine immer älter werdende Gesellschaft braucht eine gute und würdevolle Pflege. Deshalb muss die nächste Koalitionsvereinbarung eine große Pflegereform auf den Weg bringen, die sich den demografischen Herausforderungen in diesem Feld umfassend stellt“, appelliert Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, heute in Berlin an die zukünftigen Koalitionspartner auf der Bundesebene.

Gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Bundesverband, der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und Dr. h.c. Jürgen Gohde, dem ehemaligen Vorsitzenden des Beirats für einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff, hat der Sozialverband VdK einen 10 Punkte-Plan für eine große Pflegereform erarbeitet und heute veröffentlicht.

Das 10-Punkte-Programm für eine zukunftssichere Pflege im Überblick:

  1. Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff braucht eine gesetzliche Grundlage ohne Ein-schränkungen.
  2. Pflege- und versorgungsgerechte Arbeitszeitregelungen ohne Nachteile für die Be-troffenen.
  3. Pflege darf nicht zur Armutsfalle werden – sichere rentenrechtliche Absicherung für Pflegende.
  4. Reha vor Pflege bei allen Altersgruppen – Präventions- und Rehabilitations-offensive notwendig.
  5. Integrierte Versorgung bei Multimorbidität als Pflichtleistung der Kranken-versicherung.
  6. Intensivierte Forschung und verbesserte Früherkennung bei Demenzerkrankungen.
  7. Pflege in vertrauter Umgebung – Förderung der quartiersbezogenen Pflege- und Versorgungsorganisation.
  8. Infrastrukturoffensive – Ziel kommunaler Daseinsvorsorge muss zukünftig die mög-lichst umfassende Sicherung selbstbestimmten, unabhängigen Lebens sein.
  9. Verbesserung der Personalsituation in den pflegenden Einrichtungen.
  10. Ein Solidarausgleich zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung


„Wir erwarten, dass Union und SPD in ihrer Koalitionsvereinbarung die richtigen Weichen für eine menschenwürdige Pflege der Zukunft stellen. Stückwerk haben wir in den letzten Jahren bei der Pflege genug erlebt. Wir müssen uns endlich eine große, konsequente und umfassende Pflegereform leisten“, betont Mascher. Mascher verwies darauf, dass die öffentlichen Ausgaben für Pflege in Deutschland im internationalen Vergleich niedrig seien. Gleichzeitig seien die privat zu bezahlenden Pflegekosten mit bis zu 45.000 Euro für die ganze Lebensspanne bei Frauen eine der höchsten innerhalb der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). „Das ist eine Schande für ein reiches Land wie die Bundesrepublik! Die Mehrheit der Menschen ist zur Aufbringung des Mehrbedarfs bereit, wenn sie dafür eine verlässliche Versorgung bekommt“, so die VdK-Präsidentin.

Mindestens 10 Milliarden Euro Mehrkosten pro Jahr werden nach Schätzungen der Verbände entstehen, wenn neben der Pflegeversicherung die Aufwendungen der Infrastruktur berücksichtigt werden. Dazu gehört auch die Stärkung der Selbsthilfe und des bürgerschaftlichen Engagements. „Dem finanziellen Aufwand steht ein erhebliches Mehr an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, an kommunaler und regionaler Infrastruktur, an Lebensqualität für die Betroffenen, ihrer Angehörigen sowie der pflegenden und versorgenden Profis, insbesondere Pflegekräften gegenüber“, erklärt Mascher.

Für die konsequente Umsetzung einer Pflegereform müsse die neue Bundesregierung jetzt sorgen. „Wir brauchen einen breiten gesellschaftlichen und politischen Konsens und nichts weniger als eine große Pflegereform, die den Namen verdient“. Der Sozialverband VdK, die Verbraucherzentrale Bundesverband, die Deutsche Alzheimer Gesellschaft und Dr. h.c. Jürgen Gohde, der ehemalige Vorsitzende des Beirats für einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff, haben mit ihrem 10-Punkte-Programm die Antworten dafür. „Wir bauen darauf, dass sich Politik, Gesundheitswirtschaft und Verbände unseren Forderungen anschließen. Die große Pflegereform muss jetzt kommen!“ fordert Mascher.

Quelle: Sozialverband Deutschland VDK

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