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Streitende Menschen am Tisch©rico kühnel/pixelio.deMenschen mit Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz verhalten sich trotz liebevoller Betreuung häufig misstrauisch oder aggressiv. Betreuende Familienangehörige können aufgebrachte Vorwürfe als persönlichen Angriff werten und empfinden ein derartiges Verhalten als außerordentlich belastend. Dies, obwohl Wutanfälle und Schimpftiraden des Dementen in der Regel lediglich ein Ausdruck von Hilflosigkeit oder Frust ist und auch als solcher betrachtet werden sollte.

 

Verhaltensveränderungen bei Alzheimer und Demenz

Bei Demenzerkrankungen wie der Alzheimer Krankheit gehen nicht nur kognitive Fähigkeiten wie das Gedächtnis, das Ausdrucksvermögen, die Urteilsfähigkeit oder der Orientierungssinn verloren. Auch das persönliche Verhalten des Kranken verändert sich. Aus ursprünglich selbstbewussten und ausgeglichenen Menschen können ängstliche, launische und misstrauische Personen werden.

Besonders schlimm wird es für pflegende Angehörige, wenn sie immer wieder mit falschen Anschuldigungen konfrontiert werden – etwa, weil Brille oder Geldbörse nicht auffindbar sind. Diese Anschuldigungen werden aus reinem Selbstschutz geäußert und richten sich nicht gegen die Angehörigen selbst. Menschen mit Demenz müssen damit zurechtkommen, dass sie nach und nach ihre Fähigkeiten verlieren. Das macht Angst und frustiert. Häufig wissen Erkrankte sich nicht anders zu helfen, als ihre eigenen Defizite auf andere zu schieben. Die Frustration kann so ausgeprägt sein, dass es zu Aggressionen und sogar Gewaltausbrüchen kommt.

 

Ignoranz statt Diskussion

Auch wenn die Anschuldigungen absurd und verletzend sind, sollte nicht mit den Erkrankten diskutiert werden. Es ist besser, die Vorwürfe zu ignorieren und einen pragmatischen Mittelweg zu wählen. Häufig genügt es schon, den an Alzheimer erkrankten Menschen im Falle von beginnenden Streitigkeiten abzulenken oder sich selbst der Situation zu entziehen, bis wieder Ruhe eingekehrt ist. Kommt es zu einem Gewaltausbruch, müssen Betreuende und Pflegende jedoch mit dem richtigen Maß an Bestimmtheit auftreten und dem Kranken Grenzen setzen.

Die komplexen Folgen von Demenzerkrankungen können daher sehr belasten. Um diesen gewachsen zu sein, sollten pflegende Familienmitglieder professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Zu den Angeboten gehören Betreuungsgruppen, die der an Alzheimer erkrankte Angehörige ein Mal pro Woche besucht oder eine Betreuungs- bzw. Pflegekraft, die stundenweise die Versorgung übernimmt. Zusätzlich können Betreuende den behandelnden Arzt ansprechen, wenn körperliche Auseinandersetzungen und Wutanfälle zunehmen. Dieser kann Medikamente verschreiben, die bei Demenz nicht nur die kognitiven Fähigkeiten verbessern, sondern auch unkontrollierte Gefühlsausbrüche und Stimmungsschwankungen lindern.

 

Wichtig: Würdevoller Umgang

Alles, was bei einem Menschen mit Alzheimer zu Frust und Unsicherheit führen könnte, sollte vermieden werden. Auch wenn das Verhalten des Dementen in Teilen dem eines Kindes ähnelt, dürfen Bezugspersonen ihn nicht wie ein solches behandeln. Während Kinder ihre sozialen und geistigen Fähigkeiten während des Wachstums erweitern, verlieren Demenzkranke ihre Kompetenzen nach und nach. Erziehungsversuche und belehrende Gespräche sind daher sinnlos und führen dem Kranken nur vor Augen, welche Defizite er hat.

Dem Kranken bringt es weitaus mehr, wenn er in seinen noch verbliebenen Fähigkeiten bestärkt und aktiv in den Alltag eingebunden wird. Es gibt dem Kranken ein gutes Gefühl, wenn er einfache Hausarbeiten wie etwa Staubwischen oder Abtrocknen noch selbst vornehmen kann. Auch kranke Menschen freuen sich, wenn sie noch „gebraucht“ werden. Gemeinsame Aktivitäten wie Basteln, Spazierengehen oder Singen sowie eine durchdachte Tagesroutine mit festen Abläufen verleihen Geborgenheit und Sicherheit. Statt viel Lärm durch viele Menschen, laute Musik und eine Reizüberflutung durch Medien profitieren Menschen mit Alzheimer eher von einer ruhigen und liebevollen Atmosphäre in ihrem Umfeld.

Ein Paar beim Spaziergang©Ute Gräske/pixelio.de

Um Aggressionen vorzubeugen ist es letztendlich hilfreich, einem an Demenz erkrankten Menschen immer mit Respekt und Würde zu begegnen. Nach diesen Grundvoraussetzungen arbeiten auch die Betreuerinnen aus der 24-Stunden-Betreuung, die den Umgang mit Demenzkranken gewohnt sind.

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