Angststörung

Angststörungen gehören zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen, die unbehandelt zu einer Chronifizierung führen können. Menschen mit Angststörungen neigen zu depressiven Verstimmungen, obwohl Angst selbst unter normalen Umständen nur ein menschliches Gefühl ist. Angst ermahnt Menschen zu Wachsamkeit und mobilisiert körperliche Kräfte als Schutzmaßnahme.

Bei Angst schlägt das Herz schneller, die Muskeln verkrampfen und Stresshormone werden ausgeschüttet, um der potenziellen Gefahr entgegenzutreten. Nach Abklingen der Gefahr stellt sich dann wieder Entspannung ein.

Bei Menschen mit einer Angststörung ist die Grenze zwischen normaler Angst und einer Angsterkrankung verschwommen. Ihre Gefühlswelt wird durch Ängste dauerhaft belastet und der Alltag beherrscht.

 

Die verschiedenen Formen von Angststörungen
Unter den Begriff „Phobie“ werden krankheitswertige Angstzustände vor Situationen, Ereignissen, Personen, Tieren oder Gegenständen zusammengefasst, die bei Betroffenen Fluchtreaktionen und andere Verhaltensauffälligkeiten auslösen können. Hierzu gehören u.a.

  • Agoraphobie: Angst vor öffentlichen Räumen, vielen Menschen und individuellen Situationen
    Klaustrophobie: Platzangst in engen und kleinen Räumen
    soziale Phobie: Angst vor Beobachtung, Beurteilung oder Bloßstellung
    Arachnophobie: Angst vor Spinnen
    Bathophobie: Höhenangst
    Aviophobie: Angst vor dem Fliegen
    Hypochondrie: Angst vor Krankheiten
    Homophobie: Angst vor der Angst
  • Im Gegenzug zu Phobien kommen auch Panikstörungen vor, die sich durch wiederholende Panikattacken bemerkbar machen. Panikattacken erfolgen überfallartig und ohne ersichtlichen Grund. Sie führen zu Herzrasen, Atemnot, Ohnmachtsgefühlen und Schweißausbrüchen, was mit Todesängsten vergleichbar sein kann. Diese Attacken klingen in der Regel innerhalb einer Stunde ab, sorgen aber dafür, dass Menschen mit Panikstörungen zu Homophobie neigen und Vermeidungsverhalten an den Tag legen.

Behandlung von Angststörungen
Diagnostiziert wird eine Angststörung zunächst vom Hausarzt, der bei Verdacht auf eine ausgeprägte Angststörung auf den Psychologen oder Neurologen verweist. Je nach Ausprägung und Ursache der Angst wird häufig eine Psychotherapie durchgeführt, die mitunter auch medikamentös mit Beruhigungsmitteln oder Antidepressiva begleitet werden kann.

Die Behandlung einer Angststörung richtet sich demnach nach dem individuellen Krankheitsbild und -Grund, weshalb auch die Therapie vom Einzelfall abhängt.