Multimorbidität

Mit Multimorbidität wird das gleichzeitige Bestehen und/oder Auftreten von mehreren Erkrankungen bei einem Patienten bezeichnet1. Eine häufige Ursache von Morbidität ist eine Ursprungserkrankung, die in ihrer Folge weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich zieht2.

Das Phänomen der Multimorbidität tritt oft bei geriatrischen – also älteren – Patienten auf. Diese leiden im höheren Lebensalter naturgemäß häufig unter degenerativen Krankheiten, die entweder unabhängig voneinander auftreten oder kausal zusammenhängen. Zu den klassischen chronischen Krankheiten, die das Risiko einer Multimorbidität bergen, gehören Hypertonie, Diabetes, Arthrose, Arteriosklerose, Osteoporose oder Herzinsuffizienz.

Eine einzelne Erkrankung kann vom Arzt durch Anamnese, Untersuchung, Labor Analysen und andere Diagnoseverfahren festgestellt werden. Bei älteren Patienten sind jedoch Symptome oft nicht stark genug ausgeprägt, werden anders wahrgenommen und lassen keine eindeutige Zuordnung zu einer bestimmten Erkrankung zu3. Bei Vorhandensein einer Multimorbidität muss die Ersterkrankung von den Folgeerkrankungen unterschieden werden, um erfolgversprechende Therapien einsetzen zu können.