Totenwache

Bei einer Totenwache handelt es sich um ein traditionelles Ritual, das einem Verstorbenen vor seiner Beerdigung oder Bestattung zuteil wird. Ihre Wurzeln hat die Totenwache in der Religion und gilt noch heute als Bestandteil des Totenkultes und Maßnahme der Trauerbewältigung.

Totenwachen unterscheiden sich von Region zu Region und sind eher in ländlichen Gegenden ausgeprägt. In der Regel wird bei einer Totenwache der Verstorbene in seinem Haus oder seiner Wohnung aufgebahrt. Die Aufbahrung erfolgt entweder im Sterbebett oder bereits im Sarg. Das Aufbahrungszimmer wird meist feierlich mit Kerzen, Bildern und Blumen geschmückt. Durch die Totenwache soll der Familie, den Verwandten und auch Freunden Gelegenheit gegeben werden, sich von dem Verstorbenen zu verabschieden.

Beim Militär hat die Totenwache die Funktion der Ehrerbietung gegenüber eines verstorbenen Kameraden. Je nach militärischer Einrichtung und Grad des Verstorbenen wird diesem durch Gewehrsalven, Hissen von Flaggen und anderen Zeremonien die letzte Ehre erwiesen.

 

Rituale bei der Totenwache
Da hinter der Totenwache eher eine religiöse Motivation steht, wird am Sterbebett in der Regel ein Gebet gesprochen. Das Zusammentreffen zur Totenwache bedeutet in einigen Regionen jedoch auch, dass eine Nachtwache beim Verstorbenen gehalten wird. Zur Wache finden sich dem Verstorbenen nahestehende Menschen ein, die die ganze Nacht bei ihm bleiben und sich in dieser Zeit an ihn erinnern und sich über gemeinsame Erlebnisse unterhalten. Das Leben des Verstorbenen soll bei einer Totenwache gewürdigt werden, was auch der Trauerarbeit dient.

Heute gilt es schon als Totenwache, wenn gemeinsam Abschied genommen wird. Dies geschieht entweder im Beisein eines Pfarrers oder Priesters in der Kirche oder auch in entsprechenden Räumlichkeiten in Kliniken, Krankenhäusern, Alters- und Pflegeheimen oder im privaten Kreis.