Ein Tremor ist ein unwillkürliches und oft rhythmisches Zittern eines oder mehrerer Körperteile. Er entsteht durch die abwechselnde Kontraktion von Muskeln, die für entgegengesetzte Bewegungen zuständig sind (sogenannte Agonisten und Antagonisten). Obwohl ein Tremor in der Regel die Hände betrifft, kann er auch den Kopf, die Stimmbänder, den Rumpf oder die Beine beeinträchtigen.
Ursachen und Auslöser
Ein Tremor ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann:
- Physiologischer Tremor: Ein leichtes, kaum sichtbares Zittern, das bei jedem Menschen vorkommt und sich bei Müdigkeit, Stress, Angst, Kaffeekonsum oder Fieber verstärken kann. Dies ist die häufigste und harmloseste Form.
- Essentieller Tremor: Dies ist die häufigste neurologische Bewegungsstörung. Er tritt meist beidseitig auf, oft an den Händen und Armen, und verstärkt sich bei zielgerichteten Bewegungen, wie beispielsweise dem Versuch, eine Tasse zu halten oder zu schreiben. Auch Kopf und Stimme können betroffen sein. Die Ursache ist unbekannt, aber oft gibt es eine familiäre Veranlagung.
- Parkinson-Tremor: Ein Ruhetremor, der typischerweise im Ruhezustand auftritt und sich bei Bewegung abschwächt. Er beginnt oft einseitig und breitet sich später aus. Dieser Tremor kann ein frühes Anzeichen für die Parkinson-Krankheit sein, geht jedoch häufig mit anderen Symptomen wie Muskelsteifheit (Rigor) und verlangsamten Bewegungen (Bradykinese) einher.
- Tremor bei anderen Erkrankungen: Auch Krankheiten wie Multiple Sklerose, Schlaganfall, Schilddrüsenüberfunktion oder bestimmte Lebererkrankungen können einen Tremor verursachen.
- Medikamenteninduzierter Tremor: Einige Medikamente, beispielsweise Antidepressiva, Asthma-Sprays oder bestimmte Schilddrüsenmedikamente, können als Nebenwirkung einen Tremor auslösen.
- Alkoholkonsum: Chronischer Alkoholkonsum oder der Alkoholentzug können einen Tremor hervorrufen oder verstärken.
Formen des Tremors
Je nach den Umständen, unter denen er auftritt, unterscheidet man verschiedene Tremor-Arten:
- Ruhetremor: Das Zittern tritt auf, wenn der betroffene Körperteil entspannt ist und keine Bewegung ausführt. Dieser Tremor ist typisch für die Parkinson-Krankheit.
- Aktionstremor: Das Zittern tritt bei willkürlichen Muskelbewegungen auf. Dieser wird weiter unterteilt:
- Haltetremor: Tritt auf, wenn eine Position gegen die Schwerkraft gehalten wird (z. B. Hände nach vorne strecken).
- Intentionstremor (Zielzittern): Tritt bei einer zielgerichteten Bewegung auf und wird stärker, je näher man dem Ziel kommt (z. B. beim Versuch, ein Glas zu fassen). Häufig bei Erkrankungen des Kleinhirns.
Umgang mit einem Tremor im Alltag
Ein Tremor kann die Selbstständigkeit stark einschränken und den Alltag erschweren. Für Betroffene und pflegende Angehörige gibt es verschiedene Strategien, um die Lebensqualität zu verbessern:
- Hilfsmittel: Spezielle Besteck- und Trinkgefäße mit Gewicht oder Griffflächen können das Essen erleichtern. Auch Anti-Rutsch-Unterlagen, Greifhilfen und Schreibtischzubehör können sinnvoll sein.
- Ergotherapie: Ein Ergotherapeut kann dabei helfen, Techniken und Übungen zu erlernen, um die Feinmotorik zu verbessern und den Tremor im Alltag zu kompensieren.
- Medizinische Behandlung: Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Medikamente, wie Betablocker oder Antikonvulsiva, können helfen, die Symptome zu lindern. In schweren Fällen kann eine tiefe Hirnstimulation (THS) in Betracht gezogen werden.
- Stressreduktion: Da Stress, Angst und Müdigkeit den Tremor verstärken, sind Entspannungsübungen, ausreichender Schlaf und die Reduzierung von koffeinhaltigen Getränken empfehlenswert.




















