Demenz behandeln – Welche Möglichkeiten gibt es?

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27.01.2026

Demenzerkrankungen gehören zu den weitverbreiteten Erkrankungen, an denen Millionen Menschen weltweit leiden. In Deutschland sind ca. 1,8 Millionen Patienten von Demenz betroffen. Zum Großteil handelt es sich um Senioren, die von einer Demenz betroffen sind. Der Begriff „Demenz“ stammt vom lateinischen Wort „Demens“, was mit „ohne Geist“ übersetzt werden kann. Unter den Begriff Demenz fallen mehrere Krankheiten, die das Gehirn betreffen und zu einem fortschreitenden Verlust von kognitiven Fähigkeiten führen. Dieser Verlust betrifft oft die Gedächtnisleistung, die Orientierung, die Denkfähigkeit, das Sprachvermögen und auch das Verhalten. Und auch wenn eine Demenz eher zu den alterstypischen Erkrankungen gehört, handelt es sich um eine ernsthafte medizinische Erkrankung. Dies, zumal der Großteil aller Demenzformen nicht heilbar ist und progredient – also stetig verschlechternd – fortschreitet.

Oft fokussiert sich eine Behandlung daher auf die Reduzierung von Symptomen, was aber auch von der jeweiligen Demenzart abhängig ist.

Das Wichtigste im Überblick

  • Demenz tritt in verschiedenen Formen auf – darunter Alzheimer, vaskuläre, Lewy-Körperchen- und frontotemporale Demenz.

  • Typische Symptome sind Gedächtnisverlust, Sprachprobleme, Orientierungslosigkeit und Persönlichkeitsveränderungen.

  • Diagnose erfolgt mehrstufig durch Gespräche, Tests, Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren wie MRT oder CT.

  • Behandlungen zielen auf Symptomlinderung – je nach Form mit Medikamenten oder nicht-medikamentösen Therapien.

  • Pflegende Angehörige fördern mit Struktur, Kommunikation und Aktivierung die Lebensqualität der Betroffenen.

  • Selbstfürsorge der Angehörigen ist essenziell – Entlastungsangebote und Fachberatung helfen dabei.

  • Die 24-Stunden-Betreuung von Carework SHD sichert Rundum-Versorgung zu Hause, entlastet Angehörige und fördert Stabilität im Alltag.

Demenzformen und Symptome

Es gibt verschiedene Demenzformen, wobei die Alzheimer-Krankheit die bekannteste und am häufigsten auftretende ist. Sie beginnt im frühen Stadium schleichend, oft mit Kurzzeitgedächtnisstörungen und der Schwierigkeit, sich an neue Informationen zu erinnern. Eine andere Form ist die vaskuläre Demenz, die durch Durchblutungsstörungen im Gehirn verursacht wird. Ihre Symptome können plötzlich auftreten und ähneln manchmal einem Schlaganfall, wie beispielsweise motorische Störungen oder Orientierungsschwierigkeiten. Die Lewy-Körperchen-Demenz ist charakterisiert durch Schwankungen der geistigen Leistungsfähigkeit, Halluzinationen und Parkinson-ähnliche Symptome wie Zittern und Gangunsicherheit. Bei der frontotemporalen Demenz (FTD) stehen Verhaltensänderungen und Sprachprobleme im Vordergrund, während das Gedächtnis zu Beginn oft noch relativ intakt bleibt. Unabhängig von der Form können typische Symptome wie Desorientierung, Sprachschwierigkeiten, Probleme bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben und Veränderungen der Persönlichkeit auftreten, was für Erkrankte und ihre Familien gleichermaßen eine große Herausforderung darstellt.

 

Demenz diagnostizieren

Die Diagnose einer Demenzerkrankung ist ein mehrstufiger Prozess, der eine frühe, sorgfältige Abklärung erfordert. Sie beginnt in der Regel mit einem ausführlichen Gespräch zwischen Arzt, Patient und den Familienmitgliedern, um die Krankengeschichte zu erfassen und die beobachteten Symptome zu besprechen. Es folgen standardisierte kognitive Tests, die das Gedächtnis, die Orientierung und andere geistige Fähigkeiten überprüfen. Um andere Ursachen für die Symptome auszuschließen, können Bluttests durchgeführt werden.

Bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) oder die Computertomographie (CT) des Gehirns helfen, Veränderungen im Gehirn sichtbar zu machen und zwischen verschiedenen Demenzformen zu unterscheiden. Eine frühzeitige und präzise Diagnose ist entscheidend, um die bestmögliche Behandlung und Unterstützung zu planen und den Demenzkranken sowie ihren Familien die notwendigen Informationen und Hilfsangebote zugänglich zu machen.

 

Behandlung von Demenz

Die Behandlung von Demenzerkrankungen zielt in erster Linie darauf ab, die Symptome zu lindern, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und die Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten. Eine Heilung ist derzeit nicht möglich.

Alzheimer-Krankheit

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Demenzform. Die medikamentöse Behandlung konzentriert sich hier auf die Linderung der Symptome, da eine Heilung nicht möglich ist. Zum Einsatz kommen bei der Alzheimer-Demenz verschiedene Acetylcholinesterase-Hemmer, die den Abbau des Botenstoffs Acetylcholin im Gehirn verlangsamen. Dieser Botenstoff ist wichtig für Gedächtnis und Lernprozesse. Beispiele hierfür sind Donepezil, Rivastigmin und Galantamin. Ein weiterer Wirkstoff, Memantin, wird oft bei mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz eingesetzt. Er reguliert die Aktivität eines anderen Botenstoffs, des Glutamats, und kann so die geistige Leistungsfähigkeit verbessern.

Vaskuläre Demenz

Bei der vaskulären Demenz ist die Behandlung darauf ausgerichtet, die zugrundeliegenden Gefäßerkrankungen zu behandeln, die die Durchblutungsstörungen im Gehirn verursachen. Dazu gehören vor allem die Kontrolle und Therapie von Bluthochdruck (Hypertonie), Diabetes mellitus und hohen Cholesterinwerten. Ziel ist es, das Fortschreiten der Schädigungen durch weitere Schlaganfälle oder Durchblutungsstörungen zu verhindern. Medikamente wie Blutdrucksenker, Gerinnungshemmer oder Statine können hier zum Einsatz kommen. Die in der Alzheimer-Therapie verwendeten Medikamente sind bei der vaskulären Demenz oft weniger wirksam.

Lewy-Körperchen-Demenz

Die Behandlung der Lewy-Körperchen-Demenz erfordert eine sorgfältige Abwägung, da die Patienten oft sehr empfindlich auf bestimmte Medikamente reagieren. Acetylcholinesterase-Hemmer, die auch bei Alzheimer eingesetzt werden, können hier die kognitiven und visuellen Halluzinationen lindern. Bei den Parkinson-ähnlichen Symptomen, wie Zittern oder Bewegungsarmut, können Medikamente aus der Parkinson-Therapie verwendet werden – allerdings in niedrigeren Dosierungen. Es ist wichtig, auf sogenannte Neuroleptika (Medikamente gegen Psychosen) zu verzichten oder diese nur mit äußerster Vorsicht zu verwenden, da sie bei dieser Demenzform schwere Nebenwirkungen auslösen können.

Frontotemporale Demenz (FTD)

Die frontotemporale Demenz (FTD) unterscheidet sich stark von den anderen Demenzformen, da bei ihr oft Verhaltensänderungen und Sprachprobleme im Vordergrund stehen und das Gedächtnis länger intakt bleibt. Medikamente wie die bei Alzheimer verwendeten Wirkstoffe zeigen hier meist keine positive Wirkung. Die Therapie konzentriert sich daher primär auf nicht-medikamentöse Ansätze. Dazu gehören Verhaltenstherapien, die helfen, impulsive oder unangemessene Verhaltensweisen und Unruhe zu steuern, sowie Sprachtherapien, die bei den sprachlichen Schwierigkeiten unterstützen. Eine strukturierte Umgebung und feste Routinen sind für Betroffene ebenfalls sehr hilfreich.

 

Nicht medikamentöse Therapien für alle Demenzformen

Unabhängig von der spezifischen Demenzform sind nicht medikamentöse Therapien ein unverzichtbarer Bestandteil der Behandlung in der Medizin. Sie zielen darauf ab, die verbliebenen Fähigkeiten zu erhalten, die Lebensqualität zu steigern und Verhaltensproblemen vorzubeugen. Dazu zählen:

  • Gedächtnistraining und kognitive Stimulation: Aktivitäten wie Rätsel, Spiele oder das Erzählen von Geschichten, um das Gehirn zu fördern und zu aktivieren. Beschäftigungen wirken sich generell positiv auf den Gemütszustand aus und können beispielsweise eine Depression verhindern.
  • Ergo- und Kunsttherapie: Hilft, Alltagskompetenzen zu bewahren und bietet kreative Ausdrucksmöglichkeiten.
  • Musiktherapie: Kann Erinnerungen wecken und Stimmungen positiv beeinflussen.
  • Körperliche Aktivität: Spaziergänge oder Gymnastik verbessern die körperliche und geistige Verfassung.
  • Validierung: Die Gefühle und die Realität der Betroffenen werden anerkannt und respektiert, was Stress und Frustration reduziert.

 

Wie können pflegende Angehörige die Behandlung von Demenz unterstützen?

Pflegende Familienmitglieder spielen eine entscheidende Rolle bei der Behandlung und Betreuung von Menschen mit Demenz. Ihre Unterstützung geht weit über die rein pflegerischen Aufgaben hinaus. Durch ihr Verständnis und ihre aktive Mithilfe tragen sie dazu bei, die Lebensqualität des Betroffenen zu erhalten und die Wirkung der Therapien zu verstärken.

Schaffung einer unterstützenden Umgebung: Eine vertraute und sichere Umgebung ist für Erkrankte von unschätzbarem Wert. Familienmitglieder können durch eine klare Struktur im Tagesablauf und feste Routinen für Orientierung und Sicherheit sorgen. Dies reduziert Stress und Verwirrung. Beispiele sind feste Zeiten für Mahlzeiten, Körperpflege oder Spaziergänge.

Angepasste Kommunikation: Mit dem Fortschreiten der Krankheit verändert sich auch die Kommunikation. Pflegende Verwandte können lernen, in einfachen, kurzen Sätzen zu sprechen, Blickkontakt zu halten und eine ruhige, geduldige Haltung einzunehmen. Wichtig ist, Gefühle zu validieren und auf die emotionale Ebene einzugehen, anstatt logische Fehler zu korrigieren.

Förderung von Aktivität und Stimulation: Durch die Integration von nicht-medikamentösen Therapien in den Alltag können Familienmitglieder die geistigen und körperlichen Fähigkeiten der Betroffenen fördern. Dazu gehören gemeinsame Aktivitäten wie Musik hören, Singen, einfache Spiele spielen, im Garten arbeiten oder Spaziergänge machen. Diese Beschäftigungen erhalten nicht nur die Fähigkeiten, sondern stärken auch das Wohlbefinden.

Zusammenarbeit mit Fachkräften: Eine enge Kooperation mit Ärzten, Therapeuten und ambulanten Pflegediensten ist entscheidend. Angehörige können wichtige Beobachtungen über den Zustand und das Verhalten des Betroffenen teilen, was für die Anpassung der Therapie von großer Bedeutung ist. Gleichzeitig können sie sich selbst beraten lassen und von den Erfahrungen der Fachleute profitieren.

Selbstfürsorge nicht vergessen: Die Pflege eines Menschen mit Demenz ist körperlich und emotional sehr anstrengend. Um eine langfristige Unterstützung gewährleisten zu können, ist es unerlässlich, dass Angehörige auch auf ihre eigene Gesundheit achten. Hilfsangebote wie Angehörigengruppen, Entlastungsdienste oder Tagespflege können eine wichtige Unterstützung bieten und Freiräume schaffen. Nur wer selbst Kraft hat, kann auch anderen helfen.

 

Entlastung durch 24-Stunden-Betreuung

Eine 24-Stunden-Betreuung kann pflegende Angehörige von Demenzpatienten erheblich entlasten, indem sie eine kontinuierliche Betreuung im vertrauten Zuhause des Betroffenen sicherstellt. Dies ermöglicht es den Angehörigen, sich zu erholen, eigene Termine wahrzunehmen und das Risiko eines Burnouts zu verringern. Die fast durchgehende Anwesenheit einer Betreuungskraft schafft Sicherheit und Geborgenheit für den Demenzkranken und nimmt den Angehörigen die Sorge, dass etwas passieren könnte. Die Betreuungskraft kann bei nächtlicher Unruhe, Desorientierung oder der Gefahr des Weglaufens (sog. Weglauftendenz) sofort reagieren. Diese Aufsicht entlastet Angehörige, die sonst rund um die Uhr in Alarmbereitschaft wären.

Zusätzlich übernimmt die Betreuungskraft wesentliche Aufgaben im Alltag, die für Angehörige oft sehr belastend sind. Dazu gehören:

  • Grundpflege: Hilfe bei Körperpflege, Anziehen und Toilettengängen.
  • Hauswirtschaft: Einkaufen, Kochen, Waschen und Putzen.
  • Aktivierung: Die Betreuungsperson kann den Demenzerkrankten zu Spaziergängen, Spielen oder Gesprächen anregen, was dessen kognitive Fähigkeiten und das Wohlbefinden fördert.

Indem die 24-Stunden-Betreuung es Betroffenen ermöglicht, in der gewohnten Umgebung zu bleiben, werden Ängste und Unsicherheiten, die oft mit einem Umzug in eine Pflegeeinrichtung verbunden sind, vermieden. Dieses Gefühl der Selbstbestimmung und der Verbleib in der vertrauten Umgebung wirken sich positiv auf den Krankheitsverlauf aus und mindern aggressive Verhaltensweisen, die bei Demenz auftreten können. Für die Angehörigen bedeutet dies, dass sie sich weniger um einen Heimaufenthalt sorgen müssen und die Lebensqualität ihres Familienmitglieds besser erhalten sehen.

Durch die Übernahme der Betreuungsaufgaben gewinnen Angehörige wertvolle Freiräume zurück. Sie können sich wieder eigenen Interessen widmen, Freunde treffen, zum Arzt gehen oder einfach nur ausschlafen. Diese emotionale und zeitliche Entlastung ist entscheidend, um die eigene psychische und physische Gesundheit zu schützen und langfristig eine tragfähige Beziehung zum pflegebedürftigen Familienmitglied aufrechtzuerhalten.

Viele Gründe sprechen für eine 24-Stunden-Betreuung bei Demenz. Informieren Sie sich jetzt bei der SHD Seniorenhilfe Dortmund!

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