Schwindel ist ein weit verbreitetes Phänomen, das im Alter eine besondere Relevanz hat. Fast jeder kennt das Gefühl, wenn sich die Umgebung dreht oder der Boden schwankt. Was bei jüngeren Menschen oft nur eine kurze, harmlose Irritation ist, kann bei älteren Menschen zu einem ernstzunehmenden Problem werden. Statistiken zeigen, dass Schwindel zu den häufigsten Beschwerden zählen, die ältere Menschen zur Untersuchung zum Arzt führen. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, von Schwindelanfällen betroffen zu sein, deutlich an.
Es ist daher von großer Bedeutung, Schwindel im Alter nicht als normale Alterserscheinung abzutun, sondern die Ursachen ernsthaft zu hinterfragen. Die Sorgen von pflegenden Angehörigen sind verständlich – denn Schwindel birgt eine erhebliche Gefahr: das Sturzrisiko. Ein Sturz kann schwerwiegende Folgen haben, von Knochenbrüchen bis hin zu langwierigen Krankenhausaufenthalten, die die Selbstständigkeit von Betroffenen massiv einschränkt. Die Angst vor einem erneuten Sturz führt oft zu einer Reduzierung der Aktivität und damit zu einem Verlust von Lebensqualität. Diese Einschränkungen betreffen nicht nur Senioren und Pflegebedürftige selbst, sondern wirken sich auch auf das Leben von pflegenden Angehörigen aus, die sich oft in einer ständigen Sorge um die Sicherheit ihrer Familienangehörigen befinden. Die Pflege wird dadurch zusätzlich erschwert und die psychische Belastung steigt.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Alter kommt es wegen verschiedener Ursachen häufiger zu Schwindel
- Schwindelanfälle sollten immer hinterfragt und ärztlich untersucht werden
- Auslöser für Schwindel im Alter sind variabel und reichen von Störungen des Gleichgewichtssinns bis zu psychischen Erkrankungen
- Es gibt verschiedene Schwindelarten, die sich auch in den Symptomen unterscheiden
- Neben Erster Hilfe sollten im häuslichen Umfeld Maßnahmen zur Wohnraumanpassung und Sturzprävention stattfinden
- Bei wiederkehrendem Schwindelanfällen sollten langfristige Strategien zur Vorbeugung und Behandlung gesucht werden
- Eine 24 Stunden Betreuung kann Betroffene von Schwindel und pflegende Angehörige unterstützen und entlasten
Ursachen für Schwindel im Alter
Schwindel im Alter hat oft eine Vielzahl von Ursachen, die sich gegenseitig beeinflussen können. Eine der häufigsten Auslöser liegt im Innenohr, wo das Gleichgewichtsorgan sitzt. Altersbedingte Veränderungen in diesem Bereich, beispielsweise eine verringerte Funktion der Ohr-Haarzellen, können zu Störungen des Gleichgewichts führen. Eine weitere häufige Ursache ist gutartiger Lagerungsschwindel bzw. der sogenannte „Benigne Paroxysmale Lagerungsschwindel“ (BPPV), bei dem sich winzige Kalziumkristalle im Innenohr lösen und bei bestimmten Kopfbewegungen Schwindelanfälle auslösen.
Die Ursachen für Schwindelbeschwerden im Alter beschränken sich nicht auf das Gleichgewichtsorgan im Innenohr allein. Auch das Herz-Kreislauf-System spielt eine wesentliche Rolle. Alterstypische Veränderungen der Blutgefäße oder Erkrankungen wie Herzrhythmusstörungen und niedriger Blutdruck können zu vorübergehender Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff führen, was Schwindel zur Folge hat. Zusätzlich können die Sinnesorgane, die für eine stabile Haltung wichtig sind, im Alter beeinträchtigt sein. Die Sehkraft lässt nach, Nervenbahnen, die Informationen über die Körperposition an das Gehirn weiterleiten, funktionieren möglicherweise nicht mehr so präzise. Auch der Haltungssinn, der die Position der Gelenke und Muskeln erfasst, kann gestört sein.
Häufig sind auch Medikamente für Schwindel verantwortlich. Viele Arzneien, die im Alter eingenommen werden, haben Schwindel als Nebenwirkung. Hierzu gehören bestimmte Blutdrucksenker, Beruhigungsmittel oder Schlafmittel. Daneben können auch psychische Faktoren wie Angstzustände oder Depressionen, die im Alter ebenfalls vermehrt auftreten können, Schwindel auslösen oder verstärken. Auch sekundäre Faktoren wie Müdigkeit oder Dehydrierung können das Risiko für Schwindelattacken erhöhen, da sie die allgemeinen Körperfunktionen beeinträchtigen.
Schwindel erkennen und einordnen
Schwindel im Alter zu erkennen und richtig einzuordnen ist der erste wichtige Schritt zur Linderung der Beschwerden. Dabei ist es hilfreich, die Art des Schwindels genau zu beobachten. Eine häufige Form ist der Drehschwindel, bei dem die Betroffenen das Gefühl haben, dass sich die Umgebung um sie dreht. Dieses Gefühl kann mit Übelkeit, Erbrechen und dem Drang, sich festzuhalten, einhergehen. Eine andere Art ist der Schwankschwindel, bei dem die Umgebung wackelt oder man das Gefühl hat, auf einem Schiff zu sein. Dieser kann von einem unsicheren Gang begleitet werden. Der Benommenheitsschwindel hingegen ist ein diffuses Gefühl von Leere im Kopf, das oft mit Konzentrationsschwierigkeiten und einem unsicheren Gang einhergeht, aber weniger mit einem klaren Dreh- oder Schwankgefühl.
Neben den unterschiedlichen Schwindelarten können auch Begleitsymptome wichtige Hinweise liefern. Dazu gehören Übelkeit, verschwommenes Sehen oder Doppelbilder, Hörprobleme wie Tinnitus oder Schwerhörigkeit, Kopfschmerzen, Herzrasen oder Schweißausbrüche. Diese Symptome können helfen, die Ursache des Schwindels einzugrenzen. Auch psychische Reaktionen wie eine ausgeprägte Sturzangst, die zu einer Vermeidung von Bewegung führt, sind ein wichtiges Signal.
Eine ärztliche Untersuchung und Diagnose ist immer dann ratsam, wenn Schwindelattacken häufiger auftreten, länger anhalten oder sich die Symptome verschlimmern. Es gibt aber auch Warnsignale, bei denen sofort ein Arzt aufgesucht werden sollte. Dazu gehören plötzlicher Schwindel in Verbindung mit körperlichen Symptomen wie starken Kopfschmerzen, Lähmungserscheinungen, Sprach- oder Sehstörungen, Bewusstlosigkeit oder Taubheitsgefühlen. Diese Symptome können auf ernsthafte Erkrankungen wie einen Schlaganfall hinweisen. Für die Diagnose ist es hilfreich, sich vor dem Arztbesuch Notizen zu machen: Wann tritt der Schwindel auf? Wie lange dauert er an? Welche Begleitsymptome gibt es? Welche Medikamente werden vom Patienten eingenommen? Solche detaillierten Informationen unterstützen den Arzt bei der Suche nach der richtigen Ursache und der Einleitung einer passenden Behandlung.
Erste Hilfe und akute Maßnahmen im Pflegealltag
Wenn bei einem älteren Menschen plötzlich eine Schwindelattacke auftritt, ist schnelles und besonnenes Handeln gefragt. Eine Sofortmaßnahme besteht darin, die Person zu unterstützen und einen Sturz zu verhindern. Es sollte beim Hinsetzen oder Hinlegen geholfen und Ruhe bewahrt werden. Pflegende Angehörige oder Familienmitglieder sollten dafür sorgen, dass die Umgebung sicher ist. An Möbelstücken oder anderen Gegenständen können sich Senioren bei Schwindel stoßen, weshalb sie weggeräumt werden sollten. Durch beruhigendes Zureden kann Angst und Panik gemindert werden.
Über diese akuten Maßnahmen hinaus ist generell die Anpassung der Umgebung eine wichtige Aufgabe in der Pflege, um Schwindel vorzubeugen. Viele Stürze passieren zu Hause. Daher ist es wichtig, die Wohnsituation zu überprüfen. Stolperfallen wie lose Teppiche, herumliegende Kabel oder unebene Bodenbeläge sollten beseitigt werden. Es sollte für eine ausreichende Beleuchtung, besonders nachts für den Toilettengang, gesorgt werden. Hilfsmittel wie Haltegriffe in Bad und Flur oder ein Gehwagen können zusätzliche Sicherheit und Stabilität geben. Diese Maßnahmen der Sturzprävention sind entscheidend, um die Lebensqualität zu erhalten und die Sorge um die Sicherheit zu minimieren. Ein vorausschauendes Handeln und eine bewusste Gestaltung der Umgebung können die Häufigkeit und Schwere von Schwindelattacken und daraus resultierende Stürze deutlich verringern.
Langfristige Strategien: Prävention und Therapie
Für die langfristige Prävention und Therapie von Schwindelgefühlen im Alter sind verschiedene Strategien erforderlich, die auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen. Ein zentraler Pfeiler ist regelmäßige Bewegung. Gezielte Übungen können das Gleichgewicht, die Koordination und die Muskelkraft stärken, was wiederum die Stabilität verbessert und das Sturzrisiko senkt. Physiotherapie bietet hierbei professionelle Unterstützung und individuelle Übungsprogramme, die auf die spezifischen Bedürfnisse von Betroffenen zugeschnitten sind.
Eine weitere wichtige Säule ist die Überprüfung der Medikation. Viele Medikamente können Schwindel als Nebenwirkung haben. Eine enge Zusammenarbeit von Patienten mit dem Hausarzt und gegebenenfalls Fachärzten wie HNO-Ärzten oder Neurologen ist hilfreich, um die Medikation anzupassen, unnötige Präparate abzusetzen oder Alternativen zu finden, die weniger Schwindel verursachen.
Über die rein körperlichen und medizinischen Maßnahmen hinaus spielen auch die Gestaltung des Alltags und soziale Aktivitäten eine wichtige Rolle. Eine feste Tagesstruktur mit regelmäßiger Bewegung, sozialen Kontakten und geistiger Anregung kann das allgemeine Wohlbefinden steigern und als wichtiger Stabilitätsfaktor wirken. Regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft, kleine gymnastische Übungen oder der Besuch von Gruppenaktivitäten fördern die Mobilität und können der Angst vor Stürzen entgegenwirken. Solche Aktivitäten tragen dazu bei, dass sich betroffene Senioren sicherer fühlen und ihre Unabhängigkeit so lange wie möglich bewahren können.
Unterstützung durch SHD Carework: Für mehr Sicherheit und Lebensqualität
Wenn Schwindel im Alter zu einem ständigen Begleiter wird, kann die 24 Stunden Betreuung der SHD Seniorenhilfe Dortmund eine wertvolle Unterstützung bieten. Die nahezu durchgehende Präsenz der Betreuungskraft sorgt für ein erhöhtes Maß an Sicherheit, was für pflegebedürftige Senioren und ihre Angehörigen eine große Entlastung darstellt. Die Betreuungskraft kann bei Schwindelgefühlen sofort handeln, Stürze verhindern und die notwendige Ruhe vermitteln.
Über diese Hilfen hinaus kann eine 24 Stunden Betreuung auf Wunsch auch proaktiv zur Prävention beitragen. Die eingesetzte Betreuerin kann Pflegebedürftige bei der Durchführung von Gleichgewichts- und Koordinationsübungen unterstützen, die im Rahmen der Physiotherapie verordnet wurden. Die Betreuungskraft kann zudem helfen, das häusliche Umfeld sicherer zu gestalten, indem sie Stolperfallen identifiziert und beseitigt, für eine gute Beleuchtung sorgt und Senioren daran erinnert, Hilfsmittel wie einen Gehstock zu verwenden.
Ein wesentlicher Vorteil ist die Möglichkeit, eine individuell zugeschnittene Sturzprävention in den Alltag zu integrieren. Die Betreuungskraft kann die Gewohnheiten und Bewegungsabläufe genau beobachten und gezielte Maßnahmen vorschlagen, die exakt auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Diese konstante, aufmerksame 24 Stunden Betreuung der SHD Carework schafft nicht nur mehr Sicherheit, sondern fördert auch die Eigenständigkeit und das Selbstvertrauen der Betroffenen, was maßgeblich zur Steigerung der Lebensqualität beiträgt.
Informieren Sie sich jetzt über die grundpflegerischen, hauswirtschaftlichen und den Alltag betreffenden Leistungen der 24 Stunden Betreuung. Lassen Sie sich jetzt vom Team der SHD Carework unverbindlich und umfassend beraten!







