Aktuelle Studienergebnisse: 24 Stunden Pflege als wertvolle Unterstützung

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23. Mai 2024
Studienergebnisse zur 24hB

Viele Senioren und Pflegebedürftige wünschen sich, ihren Lebensabend im eigenen Zuhause verbringen zu können. Und auch Angehörige fühlen sich nicht wohl bei dem Gedanken, ein nahes Familienmitglied in einem Pflegeheim unterzubringen. Eine Alternative zur stationären Unterbringung stellt in vielen Fällen die 24 Stunden Pflege und Betreuung dar. Bei diesem alternativen Pflegekonzept wohnt eine vorab sorgfältig ausgewählte Betreuerin mit im zu betreuenden Haushalt. Dort hilft sie bei hauswirtschaftlichen Aufgaben und übernimmt Maßnahmen aus der Grundpflege. Häufig stammen die Betreuerinnen aus Polen oder anderen osteuropäischen Ländern, was mit dem Fachkräftemangel in Deutschland und Kostengründen zu tun hat. Offiziell heißt das Konzept übrigens „Betreuung in häuslicher Gemeinschaft“. 

Doch wer nimmt eine 24 Stunden Pflege in Anspruch und welche Aufgaben erfüllen polnische Pflegekräfte in Deutschland? Auf diese und viele weitere Fragen liefern Studien des VdK (Sozialverband VdK Deutschland e.V.) verschiedene Ergebnisse und Antworten, die als Zwischenberichte zwischen 2021 und 2023 veröffentlicht wurden.

 Das Wichtigste im Überblick

  • Im Jahr 2021 hat der VdK gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück eine Online-Umfrage gestartet, an der sich 54.000 pflegende Angehörige und Pflegebedürftige beteiligt haben. Die Ergebnisse und Auswertungen wurden nach einzelnen Themenschwerpunkten in Zwischenberichten 2021, 2022 und 2023 veröffentlicht.
  • Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Betreuung als wertvolle Unterstützung eingeschätzt wird.
  • Besonders Pflegebedürftige mit einem höheren Pflegegrad nehmen eine 24 Stunden Betreuung in Anspruch.
  • Kontakte zu Betreuerinnen und Aufträge werden überwiegend über Agenturen hergestellt.
  • Neben der 24 Stunden Pflege setzen Betroffene auch auf andere Unterstützungsangebote.

 

Angehörige wünschen sich mehr Entlastung

Nach den zentralen Studienergebnissen zur häuslichen 24 Stunden Betreuung wünschen sich insbesondere Familienangehörige, die die nicht mit den Pflegebedürftigen zusammenwohnen, mehr Unterstützung durch ambulante Pflegedienste. Lebt die ganze Familie zusammen, besteht häufig der Wunsch nach Verhinderungspflege. Auch hieraus ist zu erkennen, dass sich Betroffene nach Entlastung sehnen. Dies gilt insbesondere für die Personen, die hauptsächlich für die Pflege verantwortlich sind. Und der Wunsch nach Unterstützung bezieht sich nicht immer unmittelbar auf die Pflegeleistungen: Etwa 80,8% der Befragten wünscht sich eine Unterstützung im Haushalt, während 79,6% Hilfe bei der Betreuung bevorzugen. Dies bedeutet im Resultat, dass Angehörige, die nicht hauptverantwortlich für die Pflege sind, in etwa 19,2% der Fälle er den Wunsch nach einer Haushaltshilfe verspüren und 20,4% nach Unterstützung bei der Betreuung.

 

24 Stunden Pflege besonders bei höheren Pflegegraden beliebt

Den Studienergebnissen ist zu entnehmen, dass sich viele Betroffene eine tatkräftige Unterstützung durch Pflegekräfte wünschen. Andere profitieren hingegen schon von einer derartigen Unterstützung. Die Zahlen in der VdK-Pflegestudie weisen darauf hin, dass die sogenannte 24 Stunden Betreuung vor allem bei Betroffenen mit einem höheren Pflegegrad zum Einsatz kommt.

Aufteilung 24 Stunden Betreuung nach Pflegegrad:

Aus diesen Statistiken ist ersichtlich, dass bei Pflegegrad 5 weniger Pflegebedürftige auf die 24-Stunden-Pflege in häuslicher Gemeinschaft zurückgreifen als noch bei Pflegegrad 4. Wahrscheinlich liegt dies daran, das wahrscheinlich der bei Pflegegrad 5 intensiven Forderung nach Pflege und Betreuung im häuslichen Umfeld nicht mehr nachgekommen werden kann. Oft ist in diesen Fällen dann die Unterbringung in einer stationären Einrichtung eine Option.

 

Gründe für die 24 Stunden Betreuung aus Sicht von Pflegebedürftigen und Angehörigen

Die Pflegeversicherung hält Pflegeleistungen bereit, um eine häusliche Pflege zu unterstützen. Professionelle Pflegeleistungen von einem ambulanten Pflegedienst können beispielsweise über die Pflegesachleistungen abgerechnet werden. Mit dem monatlichen Entlastungsbetrag werden Betroffenen und Angehörigen Unterstützungen im Haushalt, Alltag oder die stundenweise Betreuung sowie durch die Tages- und Nachtpflege eine zeitweise Unterbringung in einer stationären Einrichtung angeboten. Trotzdem entscheiden sich zahlreiche Pflegebedürftige und Familienangehörige entweder alternativ oder auch zusätzlich für eine 24 Stunden Pflege durch osteuropäische Betreuungspersonen. Nach der Studie des VdK stehen folgende Gründe hinter dieser Entscheidung:

  • bei 86,5% der befragten Senioren und 87,5% der befragten Angehörigen steht hinter dieser Entscheidung die Möglichkeit, dass Pflegebedürftige durch die 24 Stunden Pflege weiterhin zu Hause wohnen bleiben können
  • bei 36,5% der Betroffenen und 37,6% der Angehörigen diente die 24 Stunden Pflege als wichtiger Anker, weil kein anderer Ausweg gefunden wurde
  • etwa 19,2% der Senioren und 11,5% der Angehörigen folgten einer Empfehlung (durch Freunde, Bekannte, Nachbarn oder Verwandte)
  • die 24 Stunden Betreuung erschien 15,4% der Betroffenen und 10,7% der Angehörigen als einfachste Lösung
  • 15,4% der Senioren und 22,6% der Angehörigen gaben an, dass aus finanziellen Gründe die Entscheidung auf eine 24 Stunden Pflege gefallen ist

 

Wie finden Betroffene die passende Betreuungskraft?

Wurde die Entscheidung gefällt, dass eine Betreuungsperson dauerhaft im Haushalt des Betroffenen Unterstützung leisten soll, müssen noch einige Hürden bis zur Wirklichkeit genommen werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich dabei um eine „günstigere“ Pflegekraft aus Polen oder anderen osteuropäischen Ländern handeln soll und diese privat organisiert werden muss. Um einen reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können, müssen wichtige Formalitäten erledigt werden. Eine wichtige Rolle spielen dabei Agenturen, was auch der VdK-Pflegestudie zu entnehmen ist:

  • bei 62% der befragten Angehörigen wurde der Kontakt über eine Agentur hergestellt
  • 29,7% der Befragten haben dafür auf die Hilfe von Verwandten, Bekannten, Freunden oder Nachbarn zurückgegriffen
  • lediglich 8,2% haben den direkten Kontakt mit einer Pflegekraft gesucht

 

Leistungen der Betreuungskräfte in der 24-Stunden-Pflege

Eine Betreuungsperson aus Osteuropa ist für Pflegebedürftige und Familienangehörige häufig mehr als eine wichtige Stütze im Haushalt und in der Grundpflege. Sie ist Vertrauensperson, Alltagsbegleitung und Organisationstalent mit vielen Aufgaben und Tätigkeiten. In der Studie wurde gefragt welche Aufgaben die Pflegekräfte besonders häufig übernehmen:

  • bei 90,2% der Befragten übernehmen Pflegekräfte in der sogenannten 24 Stunden Pflege Aufgaben aus der Grundpflege, was beispielsweise das Anziehen von Kleidung oder Hilfestellung bei der Ernährung betrifft
  • bei 87,3% übernehmen die Pflegekräfte auch Aufgaben im Haushalt wie beispielsweise Reinigungstätigkeiten, das Waschen der Wäsche oder die Erledigung von Einkäufen
  • in 84,5% der befragten Haushalte kümmern sich die Betreuerinnen auch um die Körperpflege
  • bei 83% der Haushalte fällt auch eine Unterstützung beim Toilettengang beziehungsweise die Inkontinenzversorgung der Pflegekraft zu
  • 65,9% der Befragten haben angegeben, dass Anwesenheit und Hilfestellung bei allen Tätigkeiten, die in Wirklichkeit anfallen, in den Tätigkeitsbereich der Betreuerin fallen

Diese Antworten machen deutlich, dass die Pflegekräfte in der 24 Stunden Betreuung viele verschiedene Aufgaben übernehmen. Sie helfen u.a. zusätzlich auch im Alltag, im Bereich der Mobilität und insbesondere auch dann, wenn Pflegebedürftige vergesslich werden oder schon sind. Die 24 Stunden Pflege wird insbesondere auch zur Betreuung und Versorgung von Menschen mit Demenz eingesetzt. Hier liegt der Fokus auf der Wiederherstellung von abhandengekommenen Fähigkeiten.

 

Wie zufrieden sind Kunden mit ihrer häuslichen 24 Stunden Pflege?

Mehr als 80% sind mit der 24 Stunden Betreuung zufrieden. 56,6% der Befragten habe nach der Studie ein gutes Verhältnis und 46,4% sprechen sogar von Zuneigung. Aber es gibt auch Menschen, die nicht zufrieden mit den Dienstleistungen sind. Nach den Ergebnissen aus der VdK Studie liegt dies erster Linie daran, dass es Verständigungsprobleme wegen mangelnder Sprachkenntnisse von den Pflegekräften gegeben hat. In einigen Fällen wurde auch angegeben, dass die Betreuerinnen nicht auf die persönlichen Forderungen, Wünsche und Vorstellungen von Pflegebedürftigen und Angehörigen eingegangen sind. Diese Mängel weisen noch einmal darauf hin, wie wichtig empathische und erfahrene Betreuerinnen mit Sprachkenntnissen sind. Seriöse Agenturen wie CareWork & SHD legen deshalb ihren Fokus auf die Analyse der aktuellen Betreuungssituation, um auch entsprechend geeignete Betreuungskräfte auswählen zu können.

 

 

Welche Unterstützungen kommen sonst noch in Betracht?

Leider denken Pflegebedürftige und Familienangehörige häufig, dass sie sich zwischen verschiedenen Leistungen der Pflegeversicherung entscheiden müssen. Aber gerade dann, wenn der Pflegebedarf gestiegen oder generell hoch ausgeprägt ist, bietet sich die Kombination verschiedener Angebote an. Aus der Studie des VdK ist ersichtlich, dass einige befragte Haushalte dies bereits tun. Folgende Unterstützungsleistungen werden danach neben der 24 Stunden Betreuung in Auftrag gegeben oder in Anspruch genommen:

  • 90,3% Pflegegeld
  • 48,9% ambulanter Pflegedienst
  • 32,7% Verhinderungspflege
  • 15,4% Haushaltshilfe
  • 17% Entlastungsbetrag
  • 17,9% Kurzzeitpflege
  • 8,5% Betreuungsdienste
  • 11,2% Tages- und Nachtpflege
  • 0,3% keine Unterstützungsleistungen

 

Fazit

Generell ist der VdK Studie zu entnehmen, dass es sich bei der sogenannten 24-Stunden-Pflege um ein Konzept handelt, das sowohl Pflegebedürftige als auch Angehörige entlastet. Insbesondere Pflegebedürftige mit einem hohen Pflegegrad profitieren von den Betreuungskräften aus Polen oder anderen osteuropäischen Ländern, die zahlreiche Aufgaben im Haushalt und in der Grundpflege übernehmen. Der große Vorteil der 24 Stunden Pflege ist der, dass alte, kranke und pflegebedürftige Menschen weiterhin in ihrem häuslichen Umfeld bleiben können. Ein Umzug in eine Pflegeheim kann in vielen Fällen vermieden oder aber hinausgezögert werden. Wichtig ist, dass sich Interessenten an eine seriöse Agentur wenden, damit sowohl Leistungen als auch Tätigkeitsprofile von Betreuungskräften im Vorhinein detailliert besprochen und geplant werden können. Dadurch kann der Kundenzufriedenheit entscheidend beigetragen werden.

Erfahren Sie mehr über die 24-Stunden-Betreuung von CareWork & SHD!

Mehr Information über die 24 Stunden Betreuung

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