Betrügerei & Abzocke am Telefon – Senioren immer häufiger Opfer

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Liebe Leserinnen und Leser,

in den Medien wird immer häufiger von Trickbetrug am Telefon berichtet. Opfer hiervon sind nahezu immer Senioren, deren Gutmütigkeit und vor allem Gutgläubigkeit rigoros ausgenutzt wird. Die Maschen der Täter werden dabei immer perfider. Nicht nur der geläufige „Enkeltrick“ zieht alten Menschen das Geld aus der Tasche. Hiergegen helfen nur Wissen, Information und Verhaltenstricks, die Sie gerne in Ihrem Umfeld verbreiten dürfen.

„Rate mal, wer am Telefon ist!“ – der Enkeltrick

Unter dem Vorwand, der Enkel, Neffe oder ein anderer Verwandter zu sein, werden schon seit Jahren regelmäßig Senioren von Kriminellen angerufen. In der Regel wird von einem Unfall nebst Verletzung berichtet, für dessen Schadensbeseitigung Geld benötigt wird. Manchmal wird auch vorgebracht, dass der „Enkel“ kurzfristig Geld für eine neue Wohnung oder eine Anzahlung für eine andere familiäre Überraschung braucht.

Bei diesem Betrugsversuch wird nahezu immer ein finanzieller Engpass wegen einer Notlage vorgegaukelt und um Bargeld gebeten. Der psychische Druck auf die Opfer wird durch viele weitere Telefonanrufe innerhalb kurzer Zeit erhöht. Die als Verwandte getarnten Täter bitten um Hilfe und Verschwiegenheit. Sollten sie ihre Opfer überzeugt haben, vereinbaren sie einen Termin zur Geldübergabe. Meistens wird dann ein angeblicher Freund geschickt, weil der Verwandte selbst verhindert ist. Die Hilfsbereitschaft der Opfer wird ausgenutzt. Sehr oft wurden Senioren auf diese Weise schon um ihr Erspartes gebracht.

Neue Masche – Hausnotruf

Der Hausnotruf ist, wie Sie sicher wissen, eigentlich eine gute Sache. Pflegebedürftige und Senioren werden mit einem mobilen Notrufsystem ausgestattet und können in Notfällen per Knopfdruck schnell Hilfe herbeirufen. In Kitzingen wurden jetzt Fälle bekannt, in denen sich Trickbetrüger am Telefon als Mitarbeiter des BRK Bayerischen Roten Kreuzes ausgegeben haben. Vor diesem Vorwand wurden Kontonummern und andere sensible Informationen abgefragt, um angeblich die Daten des Hausnotruf-Vertrages zu aktualisieren.

Was die Täter mit diesen Daten eigentlich vorhatten, liegt auf der Hand – auch hier ging es darum, ältere Menschen um ihr Geld zu bringen. Zum Glück wurden diese Vorfälle öffentlich gemacht und seitens der Behörden entsprechend reagiert.

Die „falsche Polizei“ setzt auf die Angst von Senioren

Als besonders böswillig und gemein kann der Versuch einiger Trickbetrüger gewertet werden, die sich am Telefon als Einsatzkraft der hiesigen Polizei vorstellen. Sie berichten im Telefonat von mehreren Einbrüchen in der Nachbarschaft und Diebstählen auf der Straße. Es wird den Senioren empfohlen, kein Bargeld und keine Wertsachen mehr zu Hause aufzubewahren.

Natürlich wird den Senioren dann sehr zuvorkommend angeboten, dass ein „Bote“ sowohl Geld als auch Schmuck oder sonstiges Vermögen zur Aufbewahrung abholen kommt.

Warum Telefonbetrüger überhaupt Erfolg haben

Um an alles Wertvolle von Senioren zu kommen, agieren Telefonbetrüger sehr erfinderisch. Sie rufen gezielt zu unmöglichen Tageszeiten an, um es ausnutzen zu können, dass der Mensch auf der anderen Seite noch müde und nicht fit ist. Täter spielen ihrem Opfer im Gespräch eine falsche Vertrautheit vor oder umgarnen mit aufgesetzter Freundlichkeit.

Telefonbetrüger sind gewieft und stellen Fragen sehr raffiniert, um möglichst viele Informationen von ihrem Opfer zu erhalten. Sie fragen beispielsweise danach, ob man alleine zu Hause ist und ob sich Bargeld im Haushalt befindet. Über gezielte Fragen hinaus spielen Täter auch gerne auf Zeit und machen so ihr Opfer mürbe. Häufig halten sie ihr Opfer so lange am Telefon, bis letztendlich die Einwilligung erfolgt, Geld bei der Bank abzuholen und zu übergeben.

Reagieren Opfer mit Misstrauen, dann spielen die Täter mit dem Gewissen ihrer Opfer. Sie machen Vorwürfe oder werden auch energisch und pochen auf Mithilfe, um ein Verpflichtungsgefühl hervorzurufen. Sie setzen ihre Opfer unter Druck.

So schützen Sie sich und Ihre Angehörigen

Einen guten Schutz bietet bereits eine gesunde Portion Skepsis. Die Polizei und der Verbraucherschutz empfehlen generell, dass sensible Daten wie Kontodaten niemals am Telefon oder per E-Mail weitergegeben werden sollten. Bestehen Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Telefonanrufs, dann sollte einfach aufgelegt werden. Diese Vorgehensweise sollte insbesondere Kindern und Senioren nachhaltig klargemacht werden.

Seriöse Unternehmen nehmen durchaus telefonischen Kontakt zu ihren Kunden auf, fragen bei diesen Telefonaten jedoch nie nach persönlichen Daten. Bei verdächtigen Anrufen sollte daher die Polizei informiert werden. Sinnvoll wäre es, sich die Telefonnummer des Anrufers zu notieren, damit diese überprüft werden kann.

Jüngere Menschen sollten mit ihren älteren Verwandten und Bekannten über die Methoden von Telefonbetrügern sprechen, um sie zu schützen. Vorsicht ist immer dann geboten, wenn telefonisch um Geld gebeten wird. Hier wird angeraten, das Telefonat durch Auflegen zu beenden. War es wirklich ein Verwandter, so kann dieser in der Regel unter der „richtigen“ Nummer zurückgerufen werden.

 

 

 

 

Und das Wichtigste: Es sollte niemals Geld an unbekannte Personen übergeben werden!

Verdächtige Anrufe sollten der Polizei gemeldet werden. Gleiches gilt, wenn jemand dennoch Opfer geworden ist. In diesem Fall muss eine Anzeige erstattet werden.

Passen Sie gut auf sich und Ihre Lieben auf!

Ihr Team von

CareWork & SHD