Ein Tag im Leben einer betreuten Seniorin

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Liebe Leserinnen und Leser!

Es gibt viele Möglichkeiten für die Seniorenbetreuung aus dem Bereich der häuslichen Pflege – und das ist auch gut so! Denn eigentlich jeder Mensch verspürt auch im Alter den Wunsch, in seiner gewohnten Umgebung bleiben zu dürfen. Eine Alternative zum Alten- oder Pflegeheim stellt sicherlich die auch von CareWork & SHD angebotene 24 Stunden Betreuung dar, bei der die jeweils eingesetzte Betreuungskraft mit im zu betreuenden Haushalt lebt.

Damit Sie einen Eindruck von den Abläufen und Routinen in der 24 Stunden Betreuung erhalten, haben wir eine langjährige Kundin gebeten, uns detailliert über ihren Alltag zu informieren. Marianne W. ist heute 82 Jahre alt und seit dem Tod ihres Ehemannes im Jahr 2017 in unserer Betreuung. Dies auch aufgrund ihrer Sehschwäche, die auf einer Diabetes-Erkrankung beruht, sowie einer stark ausgeprägten Arthritis in den Beinen. Seit Anfang dieses Jahres ist unsere polnische Betreuerin Renata K. regelmäßig bei der Kundin im Einsatz.

Routine am Morgen

Marianne W. bezeichnet sich selber als Langschläferin – gerne nennt sie sich selbst auch Murmeltier. Vor 9:00 Uhr am Morgen möchte sie gar nicht erst von Renata geweckt werden. Renata hat deshalb morgens ausreichend Zeit, sich selbst fertig zu machen, kurz zum Bäcker zu gehen und das Frühstück vorzubereiten. Erst danach geht sie die Kundin wecken und hilft ihr beim Aufstehen. Da der Physiotherapeut den Damen bestimmte Bewegungsübungen beigebracht hat, sorgen sie direkt nach dem Aufstehen durch etwas Gymnastik gegen die für Arthritis typische Morgensteifigkeit.

Mit dem Rollator, der von Marianne liebevoll „Gehwägelchen“ genannt wird, geht es dann ins Bad. Beim Duschen oder Baden hilft Renata und passt auf, dass Marianne nicht ausrutscht und sich verletzt. Zähne putzen, Gesicht waschen und zur Toilette gehen kann Marianne noch selbst; auch wenn es etwas länger dauert. Erst wenn es um das Haare Fönen und Frisieren geht, bittet sie Renata wieder hinzu. Das Hantieren über Kopf und längere Stehen fällt Marianne zunehmend schwer, sodass Renata hier einspringt.

Frisch gewaschen und hergerichtet frühstücken beide gemeinsam. Beim Frühstück hören beide die Nachrichten im Radio. Während Marianne noch einen weiteren Kaffee trinkt, räumt Renata den Tisch ab und sorgt für Ordnung. Wenn nichts Besonders anfällt, nutzt Renata den restlichen Vormittag für die Erledigung ihrer Aufgaben im Haushalt. Unterstützt wird sie dabei von Marianne, die sich beispielsweise leichtere Arbeiten wie Staub wischen, nicht nehmen lässt.

Mittags wird es schon einmal stressig

Da Marianne Diabetes-Patientin ist, folgt Renata bei der Zubereitung aller Mahlzeiten dem vom Arzt verordneten Diät-Plan. Aus diesem Grund muss Renata oft für ihren Schützling einkaufen gehen, da insbesondere frisches Gemüse in der Küche Verwendung findet. Steht ein größerer Einkauf an, kommt in der Regel der Sohn von Marianne mit seiner Frau. Während der Sohn mit Renata einkaufen fährt, bleibt seine Frau bei Marianne und sorgt für Unterhaltung. Nur ganz selten möchte Marianne mit zum einkaufen fahren, da es ihr eigentlich zu anstrengend ist. Nur Kleidung shoppen – das macht Marianne zwei Mal im Jahr selbst und zwar gemeinsam mit ihrer Schwiegertochter.

Renata sorgt dafür, dass das Mittagessen pünktlich auf dem Tisch steht. Gegessen wird gemeinsam und nach dem Essen erholt sich Marianne etwas, während Renata die Küche aufräumt. In der Mittagszeit hat Marianne häufig Termine. Zwei Mal in der Woche kommt der Physiotherapeut, ein Mal in der Woche die Ergotherapeutin und ein Mal in der Woche Mariannes beste Freundin im gleichen Alter. Wenn der Besuch der Freundin ansteht, backt Renata oft zuckerarme Waffeln für die Damen. An den Tagen, an denen Marianne keine Termine hat, macht sie gern einen Mittagsschlaf.

Nachmittags ist Unterhaltung angesagt

Marianne und Renata haben eigentlich jeden Nachmittag etwas vor. Bei schönem Wetter machen sie gerne gemeinsam einen kleinen Spaziergang. Sie gehen dann in den Park oder in ein nahegelegenes Café, in dem sie sich Kaffee und manchmal auch ein Stück Kuchen gönnen. Wenn die Damen zum Friedhof möchten, auf dem Mariannes Mann begraben ist, müssen sie drei Haltestellen mit dem Bus fahren. Dies ist für Marianne immer mit etwas Stress verbunden, da ihr das Ein- und Aussteigen schwerfällt. Deshalb bevorzugt Marianne, gemeinsam mit ihrem Sohn und seinem Auto diese Ausflüge zu unternehmen.

 

 

 

 

Bei schlechtem Wetter spielen die Damen eher Gesellschaftsspiele oder gucken einen alten Film. Manchmal liest Renata auch etwas vor, da Marianne nicht mehr so gut sehen kann. Da Marianne seit kurzem ein extragroßes Senioren-Tablet besitzt, hilft Renata ihr beim Umgang mit der Technik und dem Internet. Marianne hat so ihre Vorliebe für kunterbunt bebilderte Reise-Blogs entdeckt und schon viele neue Rezepte für Diabetiker gefunden, die beide ausprobieren wollen. Den Blutzuckertest führt Marianne im Übrigen eigenständig durch. Jeden Abend zur gleichen Uhrzeit wird sie von Renata daran erinnert. Die Ergebnisse der Messung schreibt Renata auf, damit der Hausarzt bei Bedarf alles nachvollziehen kann.

Ruhe am Abend und in der Nacht

Das Abendessen fällt bei Marianne und Renata eher einfach aus. Sie essen meistens ein Butterbrot und trinken einen Tee. Am späteren Abend gucken sie gemeinsam die Nachrichten. Das betrachten beide als ihr Ritual. Meistens ist Marianne danach schon müde und möchte schlafen gehen. Auch hier hilft Renata ihr beim Fertigmachen und Zubettgehen. Sie selbst bleibt noch etwas auf, erledigt noch kleinere Aufgaben und sieht noch etwas fern.

 

 

 

 

Wenn Renata müde wird, geht sie in ihr Zimmer. Bei diesem Zimmer handelt es sich um das „alte Kinderzimmer“ von Mariannes Sohn. Nach einem letzten Telefonat mit ihrer Familie in Polen geht auch Renata schlafen. Nur selten wird sie in der Nacht wach, weil sie Marianne rufen hört. Meistens muss Marianne dann noch einmal zur Toilette, weshalb Renata ihr beim Aufstehen helfen muss.

Beide Damen empfinden das Zusammenleben als angenehm und vertraut. Marianne meinte, dass sich Renata zu Beginn schnell eingelebt hat und wegen ihrer freundlichen Art sehr geschätzt wird. Die Damen mögen und ergänzen sich.

Anwesenheitsbetreuung - aber nicht rund um die Uhr

Beim Begriff der 24 Stunden Betreuung kann irrtümlich davon ausgegangen werden, dass die eingesetzte Betreuungskraft 24 Stunden rund um die Uhr anwesend ist und arbeitet. Deshalb muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass dem nicht so ist und auch nicht sein darf. Auch die Betreuungskräfte in der 24 Stunden Betreuung haben Anspruch auf Pausen und Freizeiten, die im Idealfall von Angehörigen oder Bekannten überbrückt werden können.

Am Beispiel von Marianne und Renata ist es entweder der Sohn, dessen Frau oder die beste Freundin von Marianne, die Renata dann vertreten. Da Marianne geistig fit ist, kann Renata auch kurz einkaufen gehen oder zum Bäcker laufen, ohne dass eine Vertretung bestellt werden muss. Nur dann, wenn Renata mehrere Stunden nicht vor Ort ist, kümmern sich beide Damen vorab um eine Vertretung.

Das Beispiel von Marianne und Renata demonstriert, wie harmonisch eine 24 Stunden Betreuung ablaufen kann – aber nicht zwingend muss. Das Team von CareWork & SHD ist jedoch immer bestrebt, diesen Idealfall für Kunden zu organisieren.

Bis zum nächsten Mal und bleiben Sie gesund!

Ihr Team

von CareWork & SHD