Ein Tag im Leben einer Seniorenbetreuerin

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Liebe Leserinnen und Leser!

Bei Schnee und Eis für die liebe, alte Nachbarin kurz den Gehweg räumen, für Opa einen Kasten Wasser schleppen oder ein kompliziertes Formular für die Eltern ausfüllen – diese kleinen Hilfen gehören für viele von uns zur Selbstverständlichkeit. Was ist aber, wenn die Zeit nicht reicht, Beruf oder Familie in Beschlag nehmen und der Weg zu Eltern oder Großeltern einfach zu weit ist? Für derartige Situationen mit zeitweisem Betreuungsbedarf haben sich Angebote etabliert, die durch Alltagsbegleiter und Seniorenbetreuer eine wichtige Stütze des Pflegesystems darstellen können.

Auch CareWork & SHD sind von der flexiblen Unterstützung von Senioren, Kranken und Pflegebedürftigen überzeugt, die auch Angehörige entlastet. Eine entsprechende stundenweise Betreuung wird bereits in der Region Stuttgart, Ludwigsburg, Dortmund und in einem Umkreis von bis zu 40 km angeboten. Und das regionale Angebot der zeitweisen Seniorenbetreuung soll noch weiter ausgebaut werden.

Viele Leute können sich nicht vorstellen, was eine stundenweise Betreuung oder Alltagsbegleitung beinhaltet und was die eingesetzten Betreuungskräfte eigentlich tun. Deshalb haben wir unsere Mitarbeiterin, Julia L., die von Beginn an bei uns in der stundenweisen Betreuung rund um Stuttgart eingesetzt wird, einen Tag lang begleitet und schildern diesen auch aus ihrer Sicht:

Unterwegs mit Julia

Die erste Klientin des Tages wartet in ihrem Zuhause auf Julia, die sie drei Mal pro Woche regelmäßig besucht. Die ältere Dame wird von ihrer mit im Haus lebenden Tochter versorgt, die sich ebenfalls auf Julia freut, da sie dann selbst etwas mehr Freizeit hat. Heute steht ein Spaziergang im nahegelegenen Park auf dem Programm. Julia achtet darauf, dass ihre 86-jährige Klientin warm genug angezogen und der Rollator einsatzbereit ist. Mit „Beutel und Brot“ erinnert die alte Dame Julia daran, die Tasche samt Sitzkissen für die Parkbank und den obligatorischen Keksen mitzunehmen. Da Julia schon oft Ausflüge mit ihr übernommen hat, packt sie wohl wissend zusätzlich noch Papiertaschentücher und eine kleine Flasche Wasser ein.

Gemeinsam machen sie sich langsam auf den Weg. Der Rollator dient dabei als Gehhilfe. Geredet wird beim Laufen nicht viel, da sich die Klientin auf die Koordination ihrer Beine konzentrieren muss. Nach einem Schlaganfall muss sie jeden Schritt mit Bedacht wählen. Im Park und später auf der Bank angekommen erzählt die alte Dame Julia von früher – als die Kinder noch klein waren und der Mann noch lebte. Das tut sie immer gern, obwohl ihr auch das Sprechen Probleme bereitet. Nach einer Stunde gemütlichen Plauderns und dem Begrüßen anderer bekannter Senioren im Park machen sich die beiden langsam wieder auf den Weg nach Hause.

 

 

 

 

Die Flasche Wasser ist mittlerweile leer und auch die Kekse haben den Ausflug nicht unbeschadet überstanden. Über die Krümel auf der frisch gebügelten Bluse hat die Klientin nur herzlich gelacht. Zu Hause angekommen ist die alte Dame aber müde, die Tochter froh über das, was sie alles in der Zeit geschafft hat und Julia sehr zufrieden darüber, den Alltag ihrer Klientin wieder etwas bereichert zu haben. Frische Luft tut schließlich jedem gut – Kekse auch!

Behördenkram und Einkaufslisten

Nach einer kurzen Pause muss Julia zu ihrem nächsten Einsatz. In ihrem Kalender ist ein Termin mit einem älteren Herrn aus der Seniorenresidenz vermerkt, der im Rollstuhl sitzt. Was genau Julia heute erwartet, weiß sie bei diesem Klienten nie. Geistig fit und anspruchsvoll, aber körperlich stark eingeschränkt hat er Julia schon manches Mal überrascht. In der Vergangenheit hat Julia mit ihm schon Trivial Pursuit gespielt, ihn zur Bewegungstherapie begleitet oder historische Bücher vorgelesen – weil seine Augen nicht mehr die Besten sind. Aber auch für Ordnung in seinem Mini-Appartement im Altenstift hat Julia schon gesorgt.

Heute aber empfängt der ältere Herr sie leicht schimpfend mit Formularen von der Deutschen Rentenversicherung. Die Schrift auf dem Formular für seinen Reha-Antrag ist für ihn zu klein, sodass er Julia um Hilfe bittet. Nach dem Ausfüllen und Fertigmachen des Briefes hat der Klient Julia dann noch gebeten, gemeinsam mit ihm ein paar Einkäufe zu erledigen. Da die Seniorenresidenz über einen Fahrstuhl verfügt und auch der Supermarkt nicht weit entfernt ist, verlief dieser kleine gemeinsame Einkaufsbummel reibungslos. Knapp eine Stunde waren die beiden unterwegs, bevor Julia ihren Klienten wohlbehalten wieder nach oben in sein Zimmer gebracht und mit ihm die Einkäufe verstaut hat. Der Klient hofft, dass seine Reha nun bewilligt wird und hat Julia schon gefragt, ob sie ihm dann beim Koffer packen hilft.

 

 

 

 

Nach diesem Termin macht Julia für heute Feierabend. Sie muss mit ihrer Tochter noch zum Impfen und hat sich deshalb den Nachmittag freigehalten.

Morgen zum Großreinemachen

Morgen früh ist Julia im Einsatz bei einer knapp 90 Jahre alten Dame, die noch immer alleine in ihrem Haus lebt. Dort ist am Vormittag Hausarbeit angesagt, worauf sie sich schon freut. Die noch recht rüstige Seniorin versorgt Julia nämlich immer zwischendurch mit einer Tasse Kaffee und einem netten Gespräch.

 

 

 

 

Zu ihren Aufgaben gehört morgen beispielsweise das Waschen und Aufhängen der Gardinen und Vorhänge, weil die alte Dame nicht mehr selbst auf die Leiter steigen kann und auch nicht soll. Aber auch Aufgaben wie Betten beziehen oder das Schrubben der Terrasse sind für ihre Klientin mittlerweile zu anstrengend, weshalb Julia dort gerne einspringt.

Das sagt Julia über ihre Arbeit

„Vor der Geburt meiner Tochter war ich als Steuerfachangestellte, also in einem Bürojob, tätig. Auch wenn mir die Arbeit Spaß gemacht hat, fühlte es sich nicht wirklich erfüllend an. Jetzt kann ich alten und kranken Menschen helfen und ihnen Freude bereiten. Ich konnte schon immer gut mit Senioren umgehen. Jetzt begleite ich alte Menschen in die Kirche und gehe mit ihnen zum Gottesdienst, zum Arzt, in den Supermarkt, zum Friseur und helfe ihnen bei Arbeiten wie auf dem Friedhof oder im Garten. Arbeiten im Haushalt machen den Großteil meiner Arbeit aus und ich finde es schön, meine Klienten dabei unterstützen zu können, dass sie sich zu Hause rundum wohlfühlen. Mir gibt es aber auch viel, wenn ich mich nur mit meinen Klienten unterhalte. Sie geben mir so viel zurück.

In der stundenweisen Seniorenbetreuung bei CareWork & SHD arbeite ich gerne, weil ich so Familie und Beruf unter einen Hut bekomme. Zwar muss ich mich mit meinen Terminen nach den Kunden richten, aber dennoch kann ich flexibel arbeiten. Meistens arbeite ich vormittags, damit ich mich am Nachmittag um meinen eigenen Haushalt und meine Familie kümmern kann.

Nach Meiner Meinung müssten noch viel mehr Menschen erfahren, dass Angebote wie unsere stundenweise Betreuung auch offiziell als Alltagsunterstützung gelten. Wer einen Pflegegrad hat, der kann dafür den monatlichen Entlastungsbetrag von der Pflegeversicherung verwenden. Die CareWork & SHD darf bei entsprechender Vereinbarung sogar direkt mit der Kasse abrechnen. Dann bekommen Klienten nur eine Fotokopie für ihre Unterlagen. Viele wissen gar nicht, dass die Pflegeversicherung diese Kosten übernimmt.“

Alltagshelfer – immer gesucht!

Um die stundenweise Betreuung weiter zu verbreiten und auszuweiten sind wir auf tatkräftige Unterstützung wie der von unserer lieben Julia angewiesen.

In unserer Stellenbörse schalten wir daher immer wieder Anzeigen, um noch mehr Menschen betreuen, versorgen und unterstützen zu können. Machen Sie doch mit!

Bis zum nächsten Mal und bleiben Sie gesund!

Ihr Team

von CareWork & SHD