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Erkältung – Mythen und Wahrheiten

Schnupfen Mythen
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Liebe Leserinnen und Leser!

In der kalten Jahreszeit treten Erkältungen gefühlt ständig auf. Dass dies aber generell auf die Kälte in Herbst und Winter zurückzuführen ist, gehört zu den Mythen, die sich hartnäckig halten. Auch wenn das Wort „Kälte“ auch in „Erkältung“ steckt, verursachen niedrige Temperaturen, Nässe und Wind alleine keine Erkrankung. Erkältungskrankheiten entstehen durch Viren. Diese haben jedoch in der kalten Luft einen guten Zugang in den menschlichen Organismus.

Wenn es draußen kalt und ungemütlich ist, ziehen sich unsere Blutgefäße zusammen. Nase, Hände und Füße werden kalt. Den gleichen Effekt hat das Wetter auf unsere Schleimhäute. Durch diese verminderte Durchblutung können auch weniger Immunzellen durch den Körper patrouillieren, um Krankheitserregern den Garaus zu machen. Darüber hinaus trocknen die Schleimhäute in Nase und Rachen durch die trockene Winter- und Heizungsluft aus, sodass Viren schlechter abgewehrt werden können.

Grippaler Infekt ist keine Grippe

Erkältungen sind regelmäßig harmlos und klingen von allein wieder ab. Häufig werden sie auch als „grippaler Infekt“ bezeichnet, obwohl Erkältungen nichts mit der echten Grippe zu tun haben. Bei einer Erkältung kommt es zu lästigen Beschwerden wie Husten, Halsschmerzen und Schnupfen. Bei einer starken Erkältung fühlen sich Betroffene krank und schlapp.

Eine Erkältung klingt häufig innerhalb von einer bis zwei Wochen ab. Schnupfen und Halsschmerzen verschwinden innerhalb weniger Tage. Husten zeigt sich oft etwas hartnäckiger und begleitet Betroffene bis zu drei Wochen. Eine Erkältung muss nicht zwingend mit Medikamenten behandelt werden. Verschiedene Arzneien sind jedoch geeignet, die Beschwerden zu lindern. Da Erkältungen durch Viren verursacht werden, ist eine Behandlung mit Antibiotika wenig sinnvoll. Antibiotika entfalten ihre Wirkung nur gegen Bakterien.

Grüner Schleim aus Nase und Rachen = Bakterien?

Zu den Mythen zählt auch der Irrglaube, dass grünes Schnupfensekret oder Hustensekret automatisch auf Bakterien hinweist. Auch bei einer durch Viren ausgelösten Infektion sind Sekrete zu Beginn meist transparent. Der Organismus produziert den Schleim, um Krankheitserreger damit nach außen zu befördern. Verfärbt sich das Sekret im Krankheitsverlauf gelblich oder grünlich, kann dies ein Hinweis auf eine bakterielle Infektion sein – muss es jedoch nicht.

Die Drei-Tage-Regel

An der Volksweisheit, dass „Erkältungen drei Tage kommen, drei Tage bleiben und drei Tage gehen“, ist etwas dran. Erkältungen entwickeln sich über einige Tage und äußern sich durch Schnupfen mit laufender oder verstopfter Nase, Halsschmerzen und Husten. Stärkere Erkältungen führen zusätzlich zu Schlappheit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie leichtem Fieber.

Während eine Erkältung eher schleichend beginnt, trifft es Betroffene mit einer Grippe plötzlich und auch die Beschwerden fallen mit hohem Fieber, Muskel- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost deutlich stärker aus.

Harmlose und weniger harmlose Viren

Es gibt verschiedene Viren, die eine Erkältung verursachen können. Zu den häufigsten Erregern gehören Rhinoviren, die es in mehr als 100 verschiedenen und variablen Varianten gibt. Erkältungsviren lösen eine Entzündung im Bereich der Nasen- und Rachenschleimhäute aus. Ansonsten gelten sie als harmlos.

Grippeviren oder auch Coronaviren können ebenfalls „erkältungsähnliche“ Beschwerden verursachen. Diese Infektionen können sowohl mild als auch schwer verlaufen. Betroffen sind insbesondere die Atemwege bis hin zur Lungenentzündung. Aus diesem Grund untersuchen internationale Forschungsteams jedes Jahr verschiedene Grippeviren und Virenstämme, damit die WHO Weltgesundheitsorganisation die Zusammensetzung von Grippeimpfstoffen festlegen kann. Gegen Erkältungen gibt es keine Impfungen – sehr wohl aber gegen Grippe und Coronaviren.

Was tun bei Erkältung?

Im Normalfall bekämpft das Immunsystem innerhalb einer Woche die Erkältung selbst ohne Probleme. Husten benötigt häufig etwas mehr Zeit bis zum vollständigen Abklingen. Wichtig ist, eine Erkältung richtig ausheilen zu lassen.

Nach viralen und später auch bakteriellen Infektionen können sich an unterschiedlichsten Stellen auch stärkere Beschwerden bemerkbar machen; sehr häufig betrifft dies die Nasennebenhöhlen. Nasennebenhöhlenentzündungen können auch die Ohren betreffen. Heiserkeit kann ein Zeichen einer Kehlkopfentzündung sein. Bakterielle Infektionen im Rachen lösen nicht selten eine Mandelentzündung aus. In seltenen Fällen kann es durch Infektionen der oberen Atemwege zu einer ernsthaften Lungenentzündung kommen.

Wer sich nicht sicher ist, ob eine Erkältung oder eine andere Erkrankung vorliegt, sollte den Hausarzt konsultieren. Untersuchungen wie Nasenabstrich, Rachenabstrich oder Corona-Tests können Klarheit schaffen.

Erkältungen vorbeugen

Erkältungen gehören zu den viralen Infektionen. Durch die weltweite Corona-Pandemie haben wir im Alltag alle gelernt, wie man sich verhalten soll, um schädlichen Viren aus dem Weg zu gehen: Abstand, Hygiene und regelmäßig Hände waschen!

Und wenn sich eine Erkältung doch breitgemacht hat, sollte Rücksicht auf andere Menschen genommen werden. Mit einer Erkältung zur Arbeit zu gehen ist für Arbeitskollegen und Kunden nicht sinnvoll.

Medikamente und Hausmittel gegen Erkältungen?

Häufig werden Vitamin C und insbesondere Echinacea-Präparate aus dem Sonnenhut als Präventionsmaßnahme empfohlen. Auch Probiotika sollen helfen, seltener an Erkältungen zu erkranken. Bei einem bestehenden Vitamin-D-Mangel sollen entsprechende Vitamin-D Präparate auch dabei helfen, Erkältungskrankheiten vorzubeugen.

Medikamente, die gezielt Erkältungsviren bekämpfen, gibt es nicht. Fiebersenkende Schmerzmittel wie Paracetamol, Ibuprofen oder ASS Acetylsalicylsäure und abschwellende Nasensprays eigenen sich nur für den kurzfristigen Einsatz. Ärzte werden Antibiotika bei Erkältungskrankheiten nur dann verschreiben, wenn zusätzlich Bakterien nachgewiesen werden können.

Zu den Husten lindernden Hausmitteln zählen Honig oder Extrakte aus Thymian, Efeu, Eukalyptus, Primelwurzel oder Pelargonienwurzel. Auch die bewährte Hühnersuppe als Mittel gegen Erkältungen hat ihre Daseinsberechtigung: Forscher aus Nebraska haben herausgefunden, dass Hühnersuppe mit dem typischen Plus an Eiweiß, Mineralstoffen und B-Vitaminen eine leicht entzündungshemmende Wirkung entfaltet. Zusätzlich sollte bei einer Erkältung viel getrunken werden, um den Kreislauf zu stabilisieren und dem Immunsystem Gelegenheit zu geben, seiner Aufgabe nachzukommen.

Bis zum nächsten Mal und bleiben Sie gesund!

Ihr Team von

CareWork & SHD