Natriummangel bei Senioren – ist die salzarme Ernährung wirklich gesund?

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Liebe Leserinnen und Leser!

Im Rahmen einer gesunden Ernährung legen viele Menschen gesteigerten Wert auf salzarme Speisen. Wenn man den Medien glaubt, gilt eine salzarme Ernährung als gesund und kann beispielsweise auch Bluthochdruck entgegenwirken. Es wird aber nur selten darauf aufmerksam gemacht, dass eine dauerhaft salzarme Lebensweise zu einem Natriummangel führen kann, was insbesondere ältere Menschen betrifft. Störungen im Elektrolythaushalt beeinträchtigen nämlich nicht nur die Gesundheit im Allgemeinen, sondern können darüber hinaus auch chronische Krankheiten zur Folge haben.

Unter einem Salzmangel leidet auch die geistige Leistungsfähigkeit. Es kann zu Gedächtnisstörungen und Aufmerksamkeitsdefiziten kommen. Zusätzlich können auch Gangunsicherheiten und Gleichgewichtsstörungen zu den Folgen eines Natriumdefizits gehören, was das Risiko für Stürze und Brüche erhöht.

Hyponatriämie – zu wenig Natrium im Blut

Häufig werden die Symptome einer Hyponatriämie auf das fortgeschrittene Alter eines Patienten zurückgeführt. Dies gilt insbesondere für Defizite in der geistigen Leistung, die schnell als Demenz gedeutet werden. In einigen Fällen kann ein Ausschluss-Diagnose Verfahren weiterhelfen: Verbessert sich der geistige Zustand nach der Gabe einer Kochsalzinfusion durch den behandelnden Arzt, kann auch ein Natriummangel Ursache der Symptome gewesen sein.

Besonders oft kommt es bei Menschen zu einem Natriummangel, die gleichzeitig an mehreren Erkrankungen leiden. Die Störungen im Wasserhaushalt können jedoch auch von Medikamenten hervorgerufen werden, wobei insbesondere bei Neuroleptika, Antidepressiva und Schmerzmitteln Vorsicht geboten ist. Die Natriumkonzentration im Serum sollte bei einer dauerhaften Behandlung mit Medikamenten regelmäßig kontrolliert werden.

Insbesondere bei Senioren kann also eine salzreduzierte Ernährung gefährlich werden, da es im Alter generell häufig zu einer Fehl- und Mangelernährung kommt. Es fehlt dem Körper an Mikro- und Makronährstoffen, was Krankheiten begünstigen kann. Ernähren sich Senioren dauerhaft ohne oder mit zu wenig Salz, können die Nieren das Natrium nicht mehr in ausreichender Menge im Körper halten, was einen zu geringen Natriumspiegel mit den erwähnten Folgen nach sich zieht.

Natriummangel bei Senioren weit verbreitet

Mehr als 10 % der älteren Menschen leiden – teilweise unbewusst – unter einem Natriummangel. Zu den typischen Symptomen zählen Konzentrationsstörungen und Müdigkeit. Bei einem verstärkten Natriummangel kommen Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, Gangunsicherheiten und ein niedriger Blutdruck hinzu. Nur selten wird die Elektrolytstörung Hyponatriämie als solche erkannt und diagnostiziert.

Bei Senioren sind Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz oder Hypertonie mit Begleiterscheinungen wie Leber- und Nierenfunktionsstörungen sowie Erbrechen weit verbreitet.

Auch diese Grunderkrankungen und dagegen eingenommene Medikamente könnten zu einer Elektrolytstörung führen. Bei Verdacht auf einen Natriummangel sollte deshalb immer gezielt Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden.

Bis zum nächsten Mal – und bleiben Sie wohlauf!

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