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Konflikte mit dem Alter oder Älterwerden

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Liebe Leserinnen und Leser!

Überall dort, wo Menschen aufeinander treffen, besteht auch das Risiko von Konflikten. Je nach Laune und Gemüt streiten wir uns über Kleinigkeiten oder regen uns über andere auf. Insbesondere in familiären Strukturen kommt es häufig zu Streitigkeiten zwischen den Generationen. Konflikte mit älteren Menschen oder Hochbetagten sind jedoch etwas schwieriger aus der Welt zu schaffen.

Bei Senioren spielt eine Menge Lebenserfahrung mit, die natürlich auch in die Auseinandersetzungen mit einfließt. Für manch einen mögen die Ansichten überholt oder veraltet erscheinen. Dennoch sollte im Konflikt ganz bewusst wahrgenommen werden, dass ältere Menschen einfach mehr erlebt, mehr verarbeitet und andere Routinen entwickelt haben. Für Fälle, in denen Konflikte mit älteren Menschen den familiären Frieden bedrohen, wurde mit der Elder Mediation sogar ein eigenständiges Konfliktlösungsverfahren erschaffen.

Die Elder Mediation

Mit dem Alter sind oft Probleme und Herausforderungen verbunden, die besonders viel Fingerspitzengefühl erfordern. Häufig geht es um Streitigkeiten, weil der schwerhörige Großvater besser das Auto stehen lassen sollte oder die sensible Frage, ob die demente Tante vielleicht wirklich ins Pflegeheim muss. Manchmal streiten sich aber auch Geschwister, weil sich der eine mehr um die Pflege und Versorgung der Eltern kümmert als der andere. All diese Konflikte haben in irgendeiner Weise mit dem Alter zu tun.

Die Elder Mediation beschäftigt sich mit Konflikten rund um das Alter und Älterwerden. Der entsprechend ausgebildete Mediator würdigt und berücksichtigt dabei Alter und Lebenserfahrung der Beteiligten. Ihm obliegt es, einen Rahmen für Gespräche zu schaffen, in denen es fair und respektvoll zugeht. Mediatoren sind generell unparteiisch, neutral und diskret. Sie verfügen über Kommunikationstechniken, um die Beteiligten durch das Verfahren bis hin zur für jeden Teilnehmer zufriedenstellenden Lösung zu leiten. Typisch für eine Mediation ist die Tatsache, dass sie außergerichtlich stattfindet und die Lösung für den Konflikt von den Beteiligten selbst erarbeitet wird. Deshalb wird in Bezug auf eine Mediation häufig von einer Win-win-Situation gesprochen, von der auch für die Zukunft jeder profitiert.

Mediatoren, die Elder Mediationen anbieten, können auf Experten und Institutionen aus dem Bereich Pflege, Gesundheit und Finanzen zurückgreifen. Sie haben sich explizit mit den Anforderungen des Alters beschäftigt und ein entsprechendes Netzwerk aufgebaut. Mehr Informationen über die Mediationsarbeit und entsprechene Ansprechpartner hält der Bundesverband Mediation e.V. bereit.

Typische Alterskonflikte

Mit zunehmendem Alter verändern sich auch die Lebensumstände. Menschen gehen in den Ruhestand oder verlieren ihren Partner und müssen ihre berufliche als auch familiäre Situation entsprechend organisieren.

 

 

 

 

Je nach gesundheitlichem oder auch psychischem Zustand müssen Fragen in Bezug auf Betreuung, Unterbringung, Pflege und Versorgung geklärt werden. Sehr häufig kommt es hier zu generationsübergreifenden Konflikten zwischen Großeltern, Eltern und Kindern.

Elder Mediationen haben sich in Bereichen etabliert, in denen Beteiligte ihr Alter selbst oder aber die Konsequenzen des Älterwerdens als Teil ihres Konflikts wahrnehmen. Hierzu gehören

  • Konflikte zwischen Paaren und Familienmitgliedern
  • Konflikte im gesundheitlichen und pflegerischen Bereich
  • Konflikte bezüglich des Wohnumfeldes und der Unterbringung
  • Konflikte im erbrechtlichen und betreuerischen Bereich

Manchmal geraten Paare aneinander, weil sie durch den Ruhestand einfach viel mehr Zeit miteinander verbringen. Häufig streiten sich Familien, weil die alternden Eltern in ihrer Wohnung bleiben und nicht in ein Altersheim ziehen möchten, obwohl niemand aus der Familie Zeit für eine häusliche Pflege erübrigen kann. In zahlreichen ähnlich gelagerten Konflikten konnte durch eine 24 Stunden Betreuung bereits Abhilfe geschaffen werden. Leider kommt es aber auch immer wieder schon zu Lebzeiten zu Auseinandersetzungen, die ein zukünftiges Erbe betreffen. Bevor solche Konflikte nachhaltig eskalieren, sollte über eine Konfliktlösungsmethode wie die Elder Mediation nachgedacht werden.

Konflikte klären und lösen mit älteren Menschen

Die Besonderheiten der Elder Mediation im Umgang mit alten Menschen und Hochbetagten können sicherlich auch im Alltag helfen, Konflikten mit Senioren zu begegnen.

Zu den wichtigsten Faktoren in Konfliktsituationen mit älteren Menschen gehören Geduld und Verständnis. Es kann sein, dass man besonders langsam und deutlich sprechen muss, damit ein älterer Mensch den Gesprächsinhalt auch richtig versteht. Mitunter können auch Tafeln oder Schilder genutzt werden, wenn es mit der Kommunikation nicht mehr klappen will. Nicht selten kommt es nämlich zu Missverständnissen, weil man einander nicht vernünftig zuhört oder gesagte Inhalte versteht. In der Elder Mediation wird bei Menschen mit einer durch Schlaganfall oder Demenz eingeschränkten Kommunikationsfähigkeit eine Vertrauensperson benannt, die für den Betroffenen „sprechen“ kann. Es kann also auch sinnvoll sein, Familienmitglieder oder enge Freunde zu Gespräch hinzu zu bitten.

Auf jeden Fall sollte Nachsicht walten, wenn ein Streitgespräch nicht auf Anhieb zur Zufriedenheit geführt werden kann. Gerade im Alter sind solche Gespräche kräftezehrend und ermüdend. Es kann auch durchaus erforderlich sein, eine Pause einzulegen und das Gespräch auf einen anderen Zeitpunkt zu verschieben. Auch in emotional belastenden Situationen sollten Lebensalter sowie Lebenserfahrung respektiert und gewürdigt werden. Es kann sein, dass alles etwas langsamer voranschreitet – eben auch eine Konfliktlösung.

Schließlich wollen auch junge Menschen später im Alter mit Würde und Respekt behandelt werden, weshalb es sicherlich nicht schaden kann, sich schon jetzt darauf zu besinnen.

 

 

Bis zum nächsten Mal und bleiben Sie gesund!

Ihr Team von

CareWork & SHD