Long-Covid bei Senioren

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Liebe Leserinnen und Leser!

Nach so vielen Monaten der Corona-Pandemie hat eigentlich niemand mehr Lust, etwas über das Infektionsgeschehen, Impfungen und den ganzen Spuk rund um den Virus zu lesen. Viel lieber möchte man zum alten Leben zurückkehren, auch wenn zahlreiche Virusvarianten noch immer um sich greifen.

Leider sind es jedoch nicht nur die aktuellen Erkrankungen, die Sorge bereiten, sondern auch die gesundheitlichen Beeinträchtigung nach einer durchstandenen Covid-19 Erkrankung. Das Grauen nennt sich Long-Covid oder Post-Covid und kann insbesondere für Senioren und Pflegebedürftige gefährlich werden.

Was ist eigentlich Long-Covid?

Long-Covid ist der Begriff für alle gesundheitlichen Langzeitfolgen, die nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 auftreten. Long-Covid beschreibt Symptome, die nach über vier Wochen seit dem Infekt fortbestehen, neu auftreten oder sich verschlechtern. Treten auch noch nach drei Monaten Beschwerden auf, die über mindestens zwei Monate auftreten oder immer wiederkehren, wird von Post-Covid gesprochen.

Achten Sie auf diese Symptome!

Langzeitfolgen nach einer Corona-Infektion können die geistige, psychische und körperliche Gesundheit umfassen. Long-Covid und Post-Covid können demnach nicht nur die Lebensqualität in Mitleidenschaft ziehen, sondern auch den Alltag negativ beeinträchtigen. Folgende Symptome können einzeln oder aber kombiniert auftreten und unterschiedlich lange anhalten, da es bislang noch kein einheitliches Krankheitsbild gibt:

  • Fatique – Müdigkeit, Erschöpfung, eingeschränkte Belastbarkeit
  • Fieber
  • Husten
  • Brustschmerzen
  • Kurzatmigkeit
  • Brain Fog – Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • Schlafstörungen
  • Sprachstörungen
  • Muskelschmerzen und Muskelschwäche
  • depressive Verstimmung, Ängstlichkeit
  • Geschmacks- und Geruchsstörungen

Verlässliche Angaben, wer besonders häufig von Long-Covid oder Post-Covid betroffen ist, können noch nicht gemacht werden.

Generell können alle Menschen Langzeitfolgen entwickeln, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. Das Risiko für Langzeitfolgen scheint jedoch mit dem Schweregrad der Covid-Erkrankung zu steigen, weshalb häufig ältere Menschen und Pflegebedürftige betroffen sind. Dies, zumal eine Reihe von vorbestehenden Erkrankungen und gesundheitliche Risiken die Gefahr von Long-Covid oder Post-Covid erhöhen. Außerdem wird davon ausgegangen, dass Frauen häufiger von Langzeitfolgen betroffen sind als Männer.

Verstärkung von geriatrischen Symptomen

Bei Senioren geht Long-Covid häufig mit einem Verlust der Selbstständigkeit einher. Aus der geriatrischen Sicht wird bei Menschen über 70 Jahren mit bereits vorhandenen Begleiterkrankungen von einer höheren Vulnerabilität ausgegangen.

Die Auswirkungen von Langzeitfolgen auf die Selbstständigkeit und das Teilhaben am gesellschaftlichen Leben spielt für alle Altersklassen eine wichtige Rolle. Bei jungen Menschen treffen die Beschwerden aber eher auf intakte Funktionalität. Bei Senioren und Pflegebedürftigen ist diese Funktionalität jedoch häufig bereits durch Vorerkrankungen eingeschränkt, weshalb es zur Verzögerung von Diagnosen und Behandlungen kommen kann.

Insbesondere bei einer krankheitsbedingten Immobilität können Long-Covid-Beschwerden eine deutliche Verschlechterung hervorrufen. Immobilität ist mit einem Muskelschwund verbunden, den jüngere Menschen schnell wieder ausgleichen können. Bei Senioren dauert dies länger, weshalb der damit verbundene Kraftverlust ein erhöhtes Risiko für Stürze und Frakturen mit sich bringt. Nicht selten kommt es zu Mobilitätsstörungen.

Bei Menschen mit einer Demenz kann Long-Covid zu einem rascheren Abbau von kognitiven Fähigkeiten führen. Auch eine Inkontinenz kann begünstigt oder verstärkt werden. Nicht zuletzt haben auch Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung von einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes berichtet, was sie den Einflüssen von Long-Covid zuschreiben.

Schutz und Therapie

Leider ist bislang nur wenig bekannt, wie man sich vor Long-Covid und Post-Covid schützen kann. Aktuell gilt als bester Schutz vor den Langzeitfolgen noch immer, sich vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Leider gelingt das – wie wir nun alle wissen – nicht immer. Neben den Infektionsschutzmaßnahmen wird hier von wissenschaftlicher Seite erneut auf Impfungen und Booster-Impfungen hingewiesen.

Bei geriatrischen Patienten konnte bis jetzt nur festgestellt werden, dass sich wegen der Vorerkrankungen eine Behandlung kompliziert gestalten kann. Krankenkassendaten haben ergeben, dass geriatrische Patienten, die im Anschluss an eine Covid-19-Behandlung im Krankenhaus von einer anschließenden Rehabilitationsmaßnahme profitiert haben.

Bis zum nächsten Mal und bleiben Sie gesund!

Ihr Team

von CareWork & SHD