Ukrainische Pflegekräfte – aber bitte legal!

Ukrainische Pflegekräfte

Liebe Leserinnen und Leser!

Spätestens seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 schauen wir alle jeden Tag mit kummervoller Miene die Nachrichten. Der Angriffskrieg der Russischen Föderation in der Ukraine geht auf das Konto des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der seinen russischen Truppen die Invasion der Ukraine befohlen hat. Seitdem hören und lesen wir tagtäglich von neuen Angriffen mit Explosionen durch Raketen, Mörserbeschüsse, Kampfhandlungen, Sirenengeheul und erfahren von dem unfassbaren Leid der Menschen, die plötzlich vor dem Nichts stehen und um ihre Angehörigen trauern müssen.

Im März 2022 haben über 140 Länder der Vereinten Nationen den Ukraine-Krieg verurteilt und sich auf vielfältige Sanktionen gegen Russland sowie umfangreiche militärische sowie humanitäre Hilfe für die Ukraine verständigt. Nach Angaben der UN hat Kiew 5600 mutmaßliche Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen eingeleitet. Doch leider dauert der Krieg noch immer an und hat nach Statistiken des OHCHR UN-Hochkommissariats für Menschenrechte per Anfang April 2022 bereits mehr als 3.776 Opfer in der Ukraine gefordert – zum Großteil Zivilisten und auch Kinder! Bis heute sind mehr als 4,5 Millionen Menschen aus der Ukraine geflüchtet. Mehr als 310.000 Flüchtlinge aus der Ukraine haben in Deutschland Zuflucht gesucht.

Ukraine-Flüchtlinge in Deutschland

Wie viele Flüchtlinge aus der Ukraine sich tatsächlich aktuell in Deutschland aufhalten, kann nicht genau beziffert werden. Staatsbürger aus der Ukraine dürfen ohne Visum in die EU einreisen und sich in den Mitgliedsstaaten frei bewegen. Da das Schutzabkommen kurzfristig errichtet werden musste, erfolgt bislang keine systematische Registrierung.

Statistiken des Bundesinnenministeriums zufolge sind 84 % der ukrainischen Kriegsflüchtlinge Frauen, wovon 58 % gemeinsam mit ihren Kindern nach Deutschland geflüchtet sind. Im Durchschnitt sind die geflüchteten Frauen 38 Jahre alt und waren zuvor in der Ukraine zu einem Großteil voll berufstätig oder haben an einer Ausbildung teilgenommen. Da knapp 42 % der befragten Flüchtlinge davon ausgeht, zunächst vor Ort zu bleiben, liegt die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit in Deutschland nahe. Schließlich wissen nahezu alle der geflüchteten Frauen nicht, ob und wann sie in die Ukraine zurück können, ob die zur Wehrpflicht am Krieg verpflichteten Ehemänner noch leben und ob sie in der Ukraine überhaupt noch ein Zuhause und einen Arbeitsplatz haben.

Keine der geflüchteten Frauen weiß, was morgen oder im nächsten Monat passieren wird. Die Angst ist naturgemäß groß. Umso erfreulicher ist es, dass in Deutschland und den anderen EU-Ländern ein hohes Maß an Solidarität herrscht. Es wurden viele öffentliche und private Flüchtlingsunterkünfte eingerichtet, die Menschen mit Notwendigem versorgt und die Spendenbereitschaft ist groß. Aber überall dort, wo Licht ist, gibt es bekanntlich auch Schatten. Zu diesen Schattenseiten gehört scheinbar der Trend, ukrainische Flüchtlinge zu fragwürdigen Konditionen und Arbeitsbedingungen zu beschäftigen.

Ukrainische Pflegerin zum Dumpingpreis?

Ukrainische Pflegekräfte dubiose AgenturenDer hohe Frauenanteil unter den ukrainischen Flüchtlingen hat dazu geführt, dass insbesondere typische Frauenberufe wie auch Betreuerinnen, Pflegerinnen und Haushaltshilfen regen Zuwachs erhalten haben. Leider wird vermehrt davon berichtet, dass ukrainischen Flüchtlingen unter dem Deckmantel der Hilfe Arbeit angeboten wird, die nicht den gesetzlichen Regelungen entspricht. Das Spektrum in der aktuellen Berichterstattung reicht weit: Von dem Angebot einer Unterkunft inklusive gleichzeitiger Betreuung eines pflegebedürftigen Familienmitglieds für ein "Taschengeld" bis hin zum vollzeitigen Einsatz in der Seniorenbetreuung für einen Netto-Hungerlohn, während die angeblich seriöse Agentur sich gut bezahlen lässt.

Der VHBP Bundesverband für häusliche Betreuung und Pflege, zu dessen Mitgliedern übrigens auch CareWork & SHD zählen, hat nach dem ARD Report Mainz vom 08. März 2022 ebenfalls seine Bedenken geäußert. Damit ukrainische Flüchtlinge unkompliziert und schnell in der EU aufgenommen werden können, wurde die EU-Massenzustrom-Richtlinie ins Leben gerufen. Diese stellt Flüchtlinge nicht nur zwischen ein bis drei Jahren unter Schutz, sondern erleichtert auch Asylverfahren, gewährt Zugang zu Krankenversicherung sowie Sozialhilfe und ermöglicht, eine Arbeitserlaubnis zu beantragen und – sofern kein anderer Arbeitssuchender dadurch benachteiligt wird – auch zu erhalten.

Nach Ansicht von VHBP Vorstandsvorsitzendem Schlör könnte dies dazu führen, das schätzungsweise bis zu 300.000 Ukrainerinnen alle Bedingungen ertragen und für den halben Lohn arbeiten, um ihre Familien ernähren zu können. Schon jetzt macht sich bemerkbar, dass Betreuerinnen aus Rumänien und Polen in der 24 Stunden Betreuung durch ukrainische Pflegerinnen fortlaufend vom Markt gedrängt werden. Um sich aus ihrer Notlage zu befreien, arbeiten Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine selbst für Niedrigstlöhne unter 900 € netto. Damit eine derartige Ausbeutung und Ausnutzung von ukrainischen Flüchtlingen in der Zukunft unterbunden werden kann, hat der VHBP zwischenzeitlich entschieden, keine Mitglieder aufzunehmen, die auf Betreuungs- und Pflegehilfen aus der Ukraine zurückgreifen.

Nachlesen können Sie die Stellungnahme übrigens bei der Tagesschau.

Schwierige Bedingungen für ukrainische Pflegekräfte

Da in Deutschland noch immer Fachkräftemangel in der Pflege herrscht, wird zunehmend zur Abmilderung dieser Lücken auf ausländische Arbeitskräfte gesetzt. Besonders osteuropäische Betreuerinnen und Pflegerinnen sind in Deutschland gefragt. Neben Polen und Rumänien arbeiten immer mehr Frauen aus der Ukraine in der häuslichen 24 Stunden Betreuung in Deutschland – aber leider oftmals unter prekären und illegalen Bedingungen. Viele ukrainische Pflegerinnen befinden sich in einer Grauzone und machen sich von Vermittlungsagenturen abhängig, die nach ihren ganz eigenen Spielregeln agieren.

Schon vor dem Krieg herrschten in der Ukraine schwierige wirtschaftliche Verhältnisse, die auch auf die politische Situation und die Querelen mit Russland zurückzuführen waren. Sowohl die medizinische als auch die soziale Versorgung und die militärische Aggression Russlands haben viele Ukrainer und Ukrainerinnen veranlasst, das Land zu verlassen. Durch die Aufnahme einer Arbeit in Deutschland versuchen viele Flüchtlinge, ihre finanzielle Lage zu verbessern. Als Betreuerinnen und Pflegerinnen sind Ukrainerinnen jedoch in einer noch kritischeren Situation als ihre Kolleginnen aus anderen osteuropäischen Ländern. Dies, zumal sie gerade jetzt auf Unterkünfte angewiesen sind und jeder weiß, wie groß die Wohnungsnot in Deutschland noch immer ist. Die Unterkunft gehört zu den wesentlichen Bestandteilen in der 24 Stunden Betreuung. Daher bieten sich beispielsweise für alleinerziehende Mütter, die sich auf Betreuungsarbeit eingelassen haben, kaum Alternativen zur Abhängigkeit vom zukünftigen Arbeitgeber, wenn Unterkunft und Verpflegung beim Job mit inbegriffen sind.

Das Verfahren für Arbeitskräfte aus der Ukraine als Drittstaat zum Erhalt einer Arbeitsgenehmigung für eine Tätigkeit im Privathausbereich in Deutschland gestaltete sich noch komplizierter. Der Grund: Menschen aus der Ukraine sind zwar seit Juni 2017 in allen Schengen-Ländern von der Visumspflicht befreit und dürfen sich danach alle sechs Monate für 90 Tage in der EU aufhalten. Dadurch sind sie aber nicht zur Aufnahme einer Erwerbsarbeit berechtigt. Trotzdem wurde diese Möglichkeit einer erleichterten Einreise zur Anwerbung von ukrainischen Betreuerinnen und Pflegerinnen genutzt. Da Direktanstellungen kaum möglich sind, werden die Dienste von Vermittlungsagenturen in Kauf genommen. Besonders häufig erfolgt dieser Einsatz über Polen, da zwischen der Ukraine und Polen ein Arbeitsmigrationsabkommen existiert. Aber auch das polnische Arbeitsvisum berechtigt Menschen aus der Ukraine nicht dazu, einer Arbeit in Deutschland nachzugehen. Diese ganzen komplexen Regelungen haben dazu geführt, dass ukrainische Pflegerinnen durch unseriöse Vermittlungsagenturen illegal und ohne Schutz in Deutschland arbeiten.

Durch die vorerwähnte – und eigentlich gut gemeinte – EU-Massenstrom-Richtlinie und der damit verbundenen Arbeitserlaubnis für Deutschland wird es unseriösen Agenturen jetzt noch leichter gemacht, die persönliche Not von ukrainische Flüchtlingen für niedere Zwecke auszunutzen. Häufig werden sie unfair entlohnt, nicht sozial abgesichert und müssen dafür nahezu unmenschlich viele Stunden am Tag und in der Nacht arbeiten. Ganz oft wurde ukrainischen Pflegerinnen gar nicht erst gesagt, dass sie eigentlich illegal in Deutschland arbeiten und dabei auch nicht sozial abgesichert sind. Sie sind davon ausgegangen, dass alles seine Richtigkeit hat. Wer aber einmal darüber nachdenkt, dass der Durchschnittslohn in der Ukraine bereits vor dem Krieg etwa 400,00 € betragen hat, entwickelt ein Verständnis dafür, dass trotzdem viele ukrainische Pflegekräfte auf derart dubiose Angebote mit Löhnen unterhalb von 900 € netto pro Monat eingehen – in Kriegszeiten umso mehr.

Negativer Einfluss von Krieg und Pandemie auf die Pflegebranche

Schon während den Grenzschließungen aufgrund der Corona-Pandemie mussten Betreuungs- und Pflegekräfte aus der Ukraine vermehrt in deutschen Haushalten arbeiten. Die durch Covid-19 verursachte Schließung von Binnen- und Außengrenzen in der EU hat die Organisation von häuslicher Pflege und damit das ganze Rotationssystem der ausländischen Betreuungskräfte in der 24 Stunden Betreuung beeinflusst. Darüber hinaus hat die Corona-Pandemie ganz deutlich gezeigt, wie groß die Probleme im Bereich der häuslichen Pflege und Betreuung in Deutschland sind. Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wurde noch größer, sodass viele ukrainische Pflegerinnen noch mehr Arbeit leisten mussten. Dies, zumal sich ukrainische Betreuungskräfte häufig mit Kolleginnen aus Polen abwechseln und diese Wechsel während der geschlossenen Grenzen nicht erfolgen konnten. Entweder mussten die älteren, kranken oder pflegebedürftigen Schützlinge alleine gelassen werden, oder die Betreuungskraft musste im deutschen Haushalt bleiben. Viele ukrainische Betreuungskräfte haben ihren Aufenthalt trotz Fehlens einer Arbeitserlaubnis aus Loyalität verlängert und mussten mit der damit verbundenen Angst, "erwischt zu werden" leben. Statt der üblichen zwei bis drei Monate haben die Betreuungskräfte aus der Ukraine dann sechs bis sieben Monate am Stück in Deutschland gearbeitet – oft ohne Erholungstage, Urlaub oder Krankenversicherung.

Fast nahtlos sind die Einflüsse der Pandemie in die Kriegszeiten übergegangen und das Verhalten wurde beibehalten. Die Arbeit von Pflegerinnen aus der Ukraine wird von unseriösen Anbietern schlecht bezahlt und auch ihr Aufenthaltsstatus ist in der Regel illegal. Sie haben also praktisch kaum Möglichkeiten, sich selbst juristische Hilfe zu holen, um sich für ihre Sozial- und Arbeitsrechte einzusetzen. Die Angst, vielleicht wegen einer illegalen Beschäftigung von den deutschen Behörden abgeschoben zu werden, führt häufig dazu, dass sich ausgebeutete Betreuungskräfte aus der Ukraine keine Unterstützung durch Beratungsstellen, Gewerkschaften oder die Polizei suchen.

Als Fazit kann nur gelten, dass ukrainische Betreuungs- und Pflegehilfen als fester Bestandteil der deutschen Pflegelandschaft betrachtet und anerkannt werden müssen – auch auf staatlicher Ebene. Es bedarf dringend struktureller Reformen und Veränderungen im Bereich der häuslichen Pflege sowie ganz klare rechtliche Regulierungen, um Betreuerinnen und Pflegerinnen aus der Ukraine und allen anderen Ländern unter Schutz zu stellen. Es darf nicht sein, dass der Fokus der Öffentlichkeit auf der Deckung des Bedarfs an "billigen" Pflege- und Betreuungskräften für Konzepte wie die 24 Stunden Betreuung liegt, es aber andererseits kaum jemanden interessiert, unter welchen Arbeitsbedingungen und Lebensbedingungen dies erfolgt.

Betreuungskonzepte wie die 24 Stunden Betreuung ganz legal

Ukrainische Pflegekräfte - legale AlternativeDie in Polen ansässige CareWork und die aus Dortmund stammende SHD haben sich aus Überzeugung zur Unternehmensgruppe CareWork & SHD zusammengeschlossen, um mit Know-how und Kompetenz das Betreuungskonzept der völlig legalen 24 Stunden Betreuung in Deutschland nachhaltig zu etablieren. Dies, weil wir der Meinung sind, dass das Konzept durch Leistungsvielfalt, Flexibilität sowie Kundenfreundlichkeit überzeugt. Die Unternehmensphilosophie als Direktanbieter haben wir uns nicht nur auf die Fahnen geschrieben, weil wir unseren Kunden sowohl Zeit als auch Kosten für potenzielle Drittanbieter und Vermittler ersparen wollen, sondern insbesondere auch deshalb, weil wir die Fäden zur Sicherheit aller Beteiligten weiter in unserer Hand halten möchten.

Dabei versteht sich CareWork & SHD als zentrale Schnittstelle und fester Ansprechpartner, für alle Anliegen – also auch von Betreuungskräften, Kunden, Familienangehörigen oder Behörden. Zwar arbeiten wir nicht mit Betreuerinnen aus der Ukraine zusammen, können aber auf gesetzeskonforme Art und Weise auf Betreuungs- und Pflegekräfte aus Polen und vielen anderen osteuropäischen Ländern zurückgreifen. Die vom TÜV-Rheinland zertifizierte CareWork setzt bei der 24 Stunden Betreuung auf die gesetzesmäßige Entsendung der Betreuungskräfte nach der EU-Dienstleistungsfreiheit. Die Betreuerinnen sind beim Unternehmen angestellt und werden sozialversichert, was sie mittels A1-Bescheinigung während ihrer Dienstreise in Deutschland auch nachweisen können. Die so entsendeten Pflegekräfte müssen daher auch keine doppelten Sozialversicherungsbeiträge entrichten. Die SHD greift hingegen auf selbstständige Betreuerinnen und Pflegerinnen zurück. Diese haben ein Gewerbe in Deutschland angemeldet und versteuern ihre Einkünfte selbst. Für alle anderen organisatorischen, planerischen, behördlichen oder sonstigen Aufgaben ist federführend die CareWork & SHD zuständig. So kann eine 24 Stunden Betreuung bundesweit und mit der Unterstützung von mehr als 4000 polnischen und über 1000 Betreuerinnen und Pflegerinnen aus anderen osteuropäischen Ländern kurzfristig realisiert werden.

Die Unternehmensgruppe CareWork & SHD hat ebenfalls aus den Ereignissen rund um Corona-Pandemie und Kriegsgeschehen gelernt. Um weiterhin sowohl Betreuungs- und Pflegehilfen als auch pflegebedürftige Kunden unter den größtmöglichen Schutz zu stellen, wurden organisatorische Abläufe optimiert, um flexibel auf jeden individuellen Bedarf und Anspruch eingehen zu können. Betreuerinnen und Pflegerinnen werden nicht nur vor dem Hintergrund der Hygiene und des Infektionsschutzes geschult, sondern vermehrt durch eine eigenständige Qualifizierungsmaßnahme zur Betreuungskraft in häuslicher Gemeinschaft weiter ausgebildet. Der Transfer der Betreuungskräfte erfolgt mittels hauseigenem Bus-Shuttle, damit das Infektionsrisiko niedrig bleibt und alle sicher sowie pünktlich an ihr Ziel kommen.

Abgerundet wird das Portfolio von CareWork & SHD durch viele kundenfreundliche Services aus einer Hand, wie etwa das rund um die Uhr erreichbare Notfallmanagement, die kostenlose Auswechslung von Betreuungskräften oder auch die bislang regional begrenzte und noch weiter auszubauende stundenweise Betreuung.

Als besonders wichtig empfinden wir aber, weiter über die legalen Möglichkeiten zu informieren, wie Senioren und Familien in Deutschland von einer 24 Stunden Betreuung profitieren können. Denn wer sich einem seriösen Anbieter zuwendet, der sagt illegalen Angeboten und dem Schwarzmarkt gleichzeitig den Kampf an.

Bis zum nächsten Mal und bleiben Sie gesund!

Ihr Team der

CareWork & SHD

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