Stürze – häufige Unfallursache im Senioren-Haushalt und wie Sie diese vermeiden können

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Liebe Leserinnen und Leser!

Im Jahr 2019 sind 12.436 Menschen nach einem Unfall im Haushalt gestorben. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Opferanzahl um etwa 500 Todesfälle erhöht. Viele der Opfer waren Senioren, die an den Folgen eines Sturzes gestorben sind. Diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig Sturzprävention im häuslichen Bereich ist.

Dabei ist es gar nicht so schwer, in den eigenen vier Wänden für mehr Sicherheit zu sorgen und auch die Kosten für viele Vorkehrungen halten sich in Grenzen, worüber wir Sie im Folgenden gerne informieren möchten.

Fast 90 % aller Unfälle im Haushalt sind Stürze

Von den 12.436 tödlichen Unfällen im Haushalt handelte es sich bei 10.755 Fällen um Stürze. 9.227 dieser Unfallopfer hatten das 75. Lebensjahr bereits überschritten, was verdeutlicht, dass das Todesfallrisiko nach einem Sturz mit fortschreitendem Alter steigt. Tödlich endende Unfälle im häuslichen Umfeld durch Vergiftungen oder Erstickungen kommen demnach deutlich seltener vor. 

Das statistische Bundesamt kommt zu der Erkenntnis, dass unter den Hochbetagten ab 85 Jahre Frauen im Haushalt häufiger tödlich verunglücken als Männer. Die Anzahl der weiblichen Todesopfer ist in diesem Bereich 1,7-Mal höher als bei den Herren. Letztendlich scheint jeder Haushalt viele Gefahren zu bergen, die einmal überprüft und beseitigt werden sollten.

Tipps & Tricks gegen Ausrutschen und Stolpern

Wenn von einem Sturz die Rede ist, denken viele an den Fall von der Leiter. Jedoch sind es eher die vielen Stolperfallen und rutschigen Flächen, die im Haushalt gefährlich werden können. Um einige Tücken im häuslichen Alltag zu umgehen, bedarf es häufig nur ganz einfacher und kostengünstiger Maßnahmen, die wir für Sie gesammelt und zusammengestellt haben:

  1. Im Schlafzimmer bieten sich Bett- oder Nachtlichter mit Bewegungsmelder an, die so positioniert werden, dass sie beim Aufstehen und Zubettgehen leuchten. Dies insbesondere dann, wenn in der Nacht das Bad aufgesucht werden muss. Kleine Steckdosen-Lichter machen auch längere Wege nachts sicherer.
  2. Im Badezimmer helfen im Bereich von Badewanne, Dusche und Toilette montierte Haltegriffe beim Festhalten und Abstützen. Sollte es dennoch zu einem Ausrutscher kommen, unterstützen die Haltestangen auch beim Aufstehen.
  3. Duschhocker tragen zur Entspannung bei der Körperhygiene bei. Wer nicht mehr lange stehen kann, benutzt den Hocker einfach auch außerhalb der Dusche zum Abtrocken, Frisieren und Anziehen. Wichtig ist hierbei, dass die Füße des Duschhockers trocken sind und festen Stand finden.
  4. In Küche und Bad sollten Wasserlachen, Pfützen oder Kleckse von Öl, Duschgel und anderen Flüssigkeiten sofort aufgewischt werden, um ein Ausrutschen zu verhindern.
  5. Auf glatten Treppen können selbstklebende Anti-Rutsch-Streifen für mehr Halt auf den Stufen sorgen. Wird dabei noch auf nachtleuchtendes bzw. fluoreszierendes Material und Kontrastfarben gesetzt, erhöht sich die Sicherheit automatisch.
  6. Auch Türschwellen und andere Stolperfallen können mit farbigen oder leuchtenden Elementen gekennzeichnet werden. Höhenunterschiede lassen sich oft durch Rampen ausgleichen.
  7. In der ganzen Wohnung sollte auf lose liegende Teppiche und Brücken verzichtet werden. Ist dies nicht möglich, können vollflächige Fixierungen oder Teppiche mit abgerundeten Kanten das Risiko von Stolperunfällen reduzieren. In der Not tun es auch Gummiringe von Weckgläsern, die zur besseren Haftung unter den Teppich gelegt werden. Besser sind natürlich Anti-Rutsch-Matten.
  8. Das Laufen innerhalb der Wohnung mit festen Hausschuhen (rutschhemmende Sohle) oder rutschfesten Socken (Noppenprofil)  ist sicherer als barfuß gehen. Wenn die sogenannten ABC-Socken als Bettsocken getragen werden, ist auch der nächtliche Gang zur Toilette etwas sicherer.

Kostengünstige Maßnahmen zur Prävention

Die Sorge vor hohen Kosten hält viele Senioren davon ab, ihr häusliches Umfeld sturzsicherer zu gestalten. Maßnahmen für die Absicherung müssen jedoch nicht viel Geld kosten. Mit nur wenig Aufwand lässt sich die Sicherheit in jedem Haushalt erhöhen. Dies insbesondere dann, wenn Senioren selbst dafür sorgen, möglichst lange fit zu bleiben. Wir sagen Ihnen gern, welche Tipps & Tricks sich im Alltag bewährt haben:

  1. Ausgiebige Spaziergänge bei Tageslicht gewährleisten eine optimale Vitamin D Versorgung und unterstützen damit den Knochenstoffwechsel. Der menschliche Organismus ist nur dann in der Lage, Vitamin D zu produzieren, wenn man sich regelmäßig im Tages- bzw. Sonnenlicht aufhält.
  2. Leichte Übungen für die Kraft fördern nicht nur das Allgemeinbefinden, sondern optimieren zugleich die Balance. Ob Seniorensport oder heimische Gymnastik – Bewegung schult alle Fähigkeiten und Sinne. Hierzu gehören auch die Reflexe, die im Falle eines Sturzes lebenswichtig sein können.
  3. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist in jeder Lebensphase und insbesondere im Alter wichtig. Eine bedarfsdeckende und angemessene Ernährung trägt zur Gesunderhaltung bei. Vitamine und Mineralien sorgen für die Aufrechterhaltung aller Körperfunktionen. Im fortgeschrittenen Alter ist insbesondere auf eine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen C, D, E, B 12 sowie mit den Mineralstoffen Calcium, Magnesium, Folat, Eisen und Zink zu achten.

Kontrolle im eigenen Zuhause

Um Stürze im Haushalt zu vermeiden, sollten Senioren und ihre Angehörigen oder Freunde die eigenen vier Wände einmal genauer betrachten. Wo gibt es Stolperfallen? Welche Ecken sind besonders dunkel? Manchmal entdecken andere Menschen mehr Gefahrenstellen als man selbst und können einen wichtigen Beitrag zur Sturzprävention leisten.

Bleiben Sie sicher und gesund!

Ihr Team von CareWork & SHD